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Frankreich überdenkt Afghanistan-Einsatz

© AP, dapd

20.01.2012

NATO Frankreich überdenkt Afghanistan-Einsatz

Zehn NATO-Soldaten in 24 Stunden getötet.

Kabul – Innerhalb von 24 Stunden sind in Afghanistan vier französische Soldaten von einem afghanischen Soldaten erschossen und sechs weitere NATO-Soldaten bei einem Hubschrauberabsturz getötet worden. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy setzte daraufhin die Ausbildungsprogramme für afghanische Sicherheitskräfte aus. Die internationalen Koalitionstruppen in Afghanistan hatten zuvor erklärt, ein afghanischer Soldat habe am Freitag im Osten des Landes vier NATO-Soldaten getötet. Der Täter sei festgenommen worden, teilte die NATO mit.

Sarkozy sagte, es sei inakzeptabel, dass afghanische Sicherheitskräfte auf französische Soldaten schießen. Außenminister Alain Jupp sei auf dem Weg nach Afghanistan. Französische Soldaten sind seit zehn Jahren in Afghanistan im Einsatz. Der Angriff vom Freitag zählt zu den folgenschwersten für Frankreich.

Bereits am 29. Dezember erschoss ein afghanischer Soldat zwei französische Fremdenlegionäre. Die französischen Soldaten erwiderten das Feuer und töteten den Mann. Bislang kamen 82 französische Soldaten in Afghanistan ums Leben.

“Das französische Heer ist im Dienste der Afghanen im Kampf gegen Terrorismus und die Taliban in Afghanistan. Das französische Heer ist nicht in Afghanistan, damit afghanische Soldaten auf sie schießen”, sagte Sarkozy. Sollte die Sicherheitslage nicht wiederhergestellt werden, stelle sich die Frage nach einem vorgezogenen Abzug der französischen Truppen, sagte Sarkozy weiter. Derzeit sind etwa 4.000 französische Soldaten in Afghanistan im Einsatz. Ihre Hauptaufgabe war zuletzt die Ausbildung afghanischer Einheiten.

NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sprach Frankreich und den Truppen in Afghanistan sein Beileid aus. Auch wenn solche tragische Vorfälle schrecklich seien und Schlagzeilen machten, kämen sie nur vereinzelt vor, sagte er am Freitag. Täglich würden 130.000 Soldaten der Afghanistan-Schutztruppe ISAF aus 50 Nationen an der Seite von über 300.000 afghanische Soldaten kämpfen und sie ausbilden. Dazu sei unter den Soldaten eine Menge Vertrauen notwendig, sagte er. Das gemeinsame Ziel sei ein Afghanistan, das für seine eigene Sicherheit sorgen könne.

Sechs NATO-Soldaten kamen nach Angaben der Koalition am Donnerstag bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben. Die Ursache werde noch untersucht, hieß es am Freitagmorgen in einer Erklärung. Feindaktivitäten habe es in der Region im Süden Afghanistans nicht gegeben. Ein Sprecher der Taliban teilte mit, die Aufständischen hätten den Transporthubschrauber im Bezirk Musa Kala in der Provinz Helmand abgeschossen. Dabei seien alle Insassen getötet worden.

Die NATO machte keine Angaben zur Nationalität der Absturzopfer. Auch weitere Informationen zu den Umständen des Absturzes sollten erst bekannt gegeben werden, wenn die Familien der Opfer informiert wurden.

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