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Nordafrikanischer Al-Kaida-Chef getötet

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01.03.2013

Militäreinsatz in Mali Nordafrikanischer Al-Kaida-Chef getötet

Abu Said laut Medienberichten Opfer eines französischen Bombenangriffs.

Paris – Er galt als Feind Nummer eins Frankreichs: Der Chef des Terrornetzwerkes Al-Kaida in Nordafrika, Abdelhamid Abu Said, soll bei einem französischen Bombenangriff getötet worden sein. Abu Said sei vor einigen Tagen zusammen mit rund 40 weiteren Kämpfern bei dem Bombardement der Luftwaffe im Norden Malis ums Leben gekommen, berichteten mehrere französische Medien am Freitag übereinstimmend. Das Verteidigungsministerium bestätigte, dass rund 40 Islamisten getroffen worden seien, sagte aber nichts über den „Emir“, der für mehrere spektakuläre Geiselnahmen bekannt ist.

Der Chef von Al-Kaida im islamischen Maghreb (AKIM) sei im Tigharghar-Massiv Ziel eines tödlichen Angriffs geworden, berichtete die Zeitung „Le Figaro“ die sich auf Kreise der früher mit Al-Kaida verbündeten Tuareg beruft. Der algerische Fernsehsender Ennahar TV hatte bereits am Donnerstag gemeldet, dass Sicherheitskräfte 40 Leichen, darunter die von Abu Said, entdeckt hätten.

Tigharghar-Massiv gilt als Rückzugsort von Al-Kaida

Das Tigharghar-Massiv an der Grenze zu Algerien gilt als Rückzugsort von AKIM. „Es gibt verschiedene Gebiete, wo AKIM sitzt, aber Tigharghar ist ihr Ankerpunkt“, zitierte „Le Monde“ einen Tuareg-Chef. Tschadische Soldaten sollen dort am Boden die Islamisten bekämpfen, unterstützt von französischen Kampfhubschraubern und Flugzeugen.

Bei einem solchen Einsatz könnte nun Abu Said getötet worden sein, „Das ist sicher: Er ist tot und begraben“, zitierte die Zeitschrift „Paris Match“ in ihrer Onlineausgabe einen der Stammesältesten der Stadt Kidal. Abu Said, der eigentlich Mohammed Ghdiri heißt, trat vor zehn Jahren erstmals in Erscheinung. Schon damals war er an der Entführung westlicher Europäer beteiligt.

Auf sein Konto sollen die Ermordung des Briten Edwin Dyer 2009 und des Franzosen Michel Germaneau ein Jahr später gehen. „Das ist der Mann der Geiselnahmen“, sagte der Islam-Experte Gilles Kepel dem Radiosender France Info. Für den Terrorismusexperten Yves Bonnet hätte der Tod Abu Saids für AKIM dieselben Auswirkungen wie der von Osama bin Laden für Al-Kaida.

Abu Said machte Millionen durch Geiselnahmen

Abu Said gilt als kalter und grausamer Stratege. Der kanadische Diplomat Robert Fowler, der ebenfalls Geisel in der Sahara war, berichtete nach seiner Freilassung, dass der bärtige „Emir“ zwei Mitgefangenen Medikamente verweigert habe. Durch das Lösegeld für die Geiselnahmen soll der AKIM-Chef Millionen gemacht haben, die er in Waffen, Munition und die Bestechung von Stammesältesten steckte.

Zuletzt soll Abu Said vier französische Geiseln in seiner Gewalt gehabt haben. Dabei handelt es sich um vier Mitarbeiter des Atomkonzerns Areva, die 2010 im Niger entführt worden waren. Die Geiseln seien allerdings inzwischen nicht mehr in dem umkämpften Gebiet, berichtete „Paris Match“.

Das Verteidigungsministerium bestätigte die Einsätze im Norden, bei denen mehr als 40 „Terroristen“ getötet worden seien. Außerdem seien in den vergangenen Tagen rund ein Dutzend Nachschubzentren sowie Kampfposten und Lager zerstört worden. Der Generalstab erklärte, dass inzwischen fast 1200 französische Soldaten rund um die Stadt Tessalit im Einsatz seien. Dazu kämen rund 800 tschadische sowie malische Soldaten. Die französische Armee kämpft seit dem 11. Januar gegen die Islamisten in Mali. Die Kämpfer zogen sich in das Grenzgebiet zu Algerien im Norden zurück, das sie als Ausgangspunkt für Guerillaaktionen nutzen.

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