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Strauss-Kahn vor Gericht

© Etienne Laurent / Archiv über dpa

02.02.2015

Frankreich Dominique Strauss-Kahn wegen Zuhälterei vor Gericht

Mit Strauss-Kahn müssen sich Bordell- wie Hotelbesitzer verantworten.

Lille – Wegen Sex-Partys mit Prostituierten muss sich seit Montag der frühere Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, vor Gericht verantworten.

In der „Carlton“-Affäre wirft der Strafgerichtshof im nordfranzösischen Lille ihm und 13 weiteren Angeklagten organisierte Zuhälterei vor. Diese Straftat wird in Frankreich weit ausgelegt und umfasst etwa auch Prostitution, die von Dritten bezahlt oder bei Sex-Partys organisiert wird.

Der in Frankreich als „DSK“ bekannte Strauss-Kahn hatte zwar eingeräumt, an freizügigen Partys in Paris, Washington und Lille teilgenommen zu haben, er will allerdings von Bezahlung nichts gewusst haben. Dann müsste der 65-Jährige straffrei bleiben. Sein Anwalt hatte vor Prozessbeginn begründet, die Prostituierten seien womöglich nicht zu erkennen gewesen. Die Ermittler in Lille gehen allerdings davon aus, dass Strauss-Kahn die Prostitution klar gewesen sein muss.

Die Staatsanwaltschaft hatte vor Prozessbeginn für ein Ende der Ermittlungen gegen „DSK“ plädiert. Die Richter setzten das Verfahren dennoch an. Mit der Vernehmung von Strauss-Kahn wird erst in der kommenden Woche gerechnet.

In dem zunächst bis zum 20. Februar terminierten Prozess müssen sich neben Strauss-Kahn unter anderem Bordell- wie Hotelbesitzer und Unternehmer verantworten. Auch drei Manager des „Carlton“ in Lille sitzen auf der Anklagebank. Dem Luxushotel hat die Affäre ihren Namen zu verdanken.

Zum Auftakt lehnte das Gericht Anträge über eine Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit ab. Dies war von früheren Prostituierten beantragt worden, die als Nebenklägerinnen auftreten.

Die in Lille zur Verhandlung stehende bandenmäßige Zuhälterei kann in Frankreich mit bis zu zehn Jahren Gefängnisstrafe geahndet werden. Auch Geldstrafen bis zu 1,5 Millionen Euro sind möglich.

Die Karriere des früheren Ministern und damaligen IWF-Chefs Strauss-Kahn wurde schon vor rund vier Jahren jäh gestoppt. Ursprünglich sollte er 2012 für die französischen Sozialisten als aussichtsreicher Präsidentschaftskandidat antreten. In New York stand er allerdings im Zentrum einer Affäre um Vergewaltigungsvorwürfe einer Hotelangestellten. Strauss-Kahn verlor seinen Chef-Posten beim IWF, mit der Angestellten einigte er sich außergerichtlich.

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