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Kinder spielen auf einem Schulhof

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07.05.2019

Bildung GEW fordert Überprüfung des beanstandeten Mathe-Abiturs

„Das Mathe-Abitur ist nicht schwerer als früher, aber anders.“

Frankfurt – Die Lehrergewerkschaft GEW fordert eine Überprüfung des Mathe-Abiturs in den Ländern, in denen sich eine große Zahl von Schülern von den Aufgaben überfordert gefühlt hat und gegebenenfalls eine Heraufsetzung der Noten.

„In den Bundesländern, in denen es zahlreiche Beschwerden über ein zu schweres Mathe-Abitur gibt, muss das Kultusministerium sich mit den Schülern zusammensetzen“, sagte Ilka Hoffmann, die im Vorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft für das Thema Schule zuständig ist, dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Dienstagausgaben).

Hoffmann sagte, es gehe in den unterschiedlichen Ländern jetzt darum zu analysieren, woran die Schwierigkeiten der Schüler gelegen hätten: „Lag es an der Konstruktion der Aufgaben, waren vielleicht bestimmte Aufgaben nicht mehr lösbar, wenn man an den vorherigen gescheitert ist?“ Hoffmann sagte: „Falls es Fehler bei der Aufgabenstellung gab, muss das Ziel sein, für die Zukunft zu lernen.“

Sie betonte: „Im Fall zahlreicher Beschwerden muss sich eine Fachkommission noch einmal mit den Aufgaben befassen. Kommt diese zum Ergebnis, dass sie zu schwer waren, gibt es nur eine faire Lösung: Die Bewertung muss großzügiger ausfallen.“

Es sei nicht ganz leicht, den Schwierigkeitsgrad von Abituraufgaben zu justieren, sagte Reinhard Oldenburg, Professor für die Didaktik der Mathematik an der Universität Augsburg, dem RND. „Eigentlich müsste man sie ja vorher an Abiturienten ausprobieren – aber das geht nun einmal nicht“, setzte er hinzu.

In Augenschein nehme konnte Oldenburg in diesem Jahr bereits die Aufgaben aus Bayern. Sie seien anspruchsvoll, aber ließen sich bewältigen, sagte er. Der Professor urteilt: „Das Mathe-Abitur ist nicht schwerer als früher, aber anders.“ Oldenburg verbindet diese Erkenntnis mit der Forderung: „Darauf muss der Unterricht vorbereiten.“

Der Mathematik-Professor führte aus: „Das Abitur ist heute stärker kompetenzorientiert als früher. Das ist auch sinnvoll, da es ja nicht im Wesentlichen darum gehen sollte, einfach nur Rechenverfahren zu erlernen, die heute jedes Handy besser beherrscht als der Mensch.“

Er ergänzte: „Eine kompetenzorientierte Mathe-Abiturprüfung bedeutet: Es geht heute stärker als früher darum, konkrete Problemstellungen zu lösen. Bei Textaufgaben ist der Umfang des zu verstehenden Textes umfangreicher und komplexer geworden.“ Es gehe noch stärker als früher darum, „einmal Erlerntes auf etwas Unbekanntes anzuwenden“.

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