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Pharmakonzern startet Impfstoff-Test an Fohlen

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25.03.2013

Forschung Pharmakonzern startet Impfstoff-Test an Fohlen

30 Tiere werden mit gentechnisch abgeschwächtem Wirkstoff behandelt.

Lewitz – Mit Beginn der diesjährigen Fohlensaison startet das niederländische Pharmaunternehmen Intervet jetzt im Gestüt Lewitz den seit einem Jahr geplanten Test eines neuartigen Impfstoffs gegen Infektionen mit dem Bakterium Rhodococcus equi. Dazu würden 30 Fohlen im Alter von einer Woche geimpft, sagte eine Firmensprecherin am Montag im niederländischen Boxmeer.

Nach sechs Monaten werde ausgewertet, ob die Impfung den gewünschten Schutz vor Atemwegserkrankungen gebracht habe. Gegebenenfalls soll der Test danach mit einer zweiten Tiergruppe wiederholt werden.

Bei dem Impfstoff handelt es sich nach Firmenangaben um einen gentechnisch abgeschwächten bakteriellen Lebendimpfstoff. Er wurde entwickelt, um Fohlen vor akuten und schweren Lungen-Infektionen zu schützen. Die Tiere würden nicht mit krankmachenden Bakterien infiziert, versicherte die Sprecherin. Zudem würden sie permanent tiermedizinisch überwacht.

Nur noch 30 statt 120 Versuchstiere

Die Forscher erwarten, dass die geimpften Tiere eine niedrigere Anfälligkeit entwickeln. Nach erfolgreichen Tests soll bei der Europäischen Arzneimittelagentur die Zulassung des von Tierärzten dringend erwarteten Impfstoffs beantragt werden.

Die vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) genehmigte Feldstudie war vor einem Jahr nach Protesten von Tierschützern und Anwohnern ausgesetzt worden. Seitdem hatte Intervet auf Bürgerveranstaltungen über Ziele, Methoden und Risiken des Versuchs informiert. Man vertraue darauf, dass die Entscheidung des deutschen BVL Bedenken ausgeräumt habe, sagte die Sprecherin. Zudem wurde die Zahl der Versuchstiere gesenkt. Ursprünglich hatte Intervet vorgehabt, den Impfstoff an 120 neugeborenen Fohlen aus dem mecklenburgischen Gestüt von Springreiter und Pferdezüchter Paul Schockemöhle zu testen.

Da der Impfstamm nicht in Makrophagen, den weißen Blutkörperchen des Immunsystems, überlebe, erwarte man keine Krankheiten beim Menschen oder bei anderen Tierarten, versicherte Intervet-Vizechef Rene Aerts. Verglichen mit dem wilden Typ sei die Gefahr einer Ansteckung wegen der Entfernung von vier Genen höchstens gleich groß, vermutlich aber sogar geringer. Vor möglichen Risiken aus dem Freilandversuch mit dem genmanipulierten Lebensimpfstoff für immunschwache Menschen hatte das Umweltinstitut München gewarnt.

Der Lewitzer Gestütleiter Marc Lämmer, der als Tierarzt selbst über die Fohlenkrankheit promovierte, hatte vor einem Jahr darauf verwiesen, dass der neue Impfstoff wahrscheinlich den oft zu Recht kritisierten massenhaften Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung verringern könnte. Nach seinen Angaben sollen die Fohlen nach der Impfung bis zum Abklingen der möglicherweise ausbrechenden Krankheit für 30 Tage in einem 15 Kilometer entfernten geschlossenen Quarantänestall bei Grabung untergebracht werden. Ihr Mist werde vorsorglich verbrannt.

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