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© James Gathany / gemeinfrei

15.06.2017

Homöopathie Forscher kritisiert Politik, Wirtschaft und Wissenschaft

„Alle brechen für die Homöopathie ihre eigenen Regeln.“

Berlin – Zum Start des Homöopathen-Kongresses in Leipzig am Donnerstag hat der Leiter des Deutschen Cochrane-Zentrums in Freiburg, Gerd Antes, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft für ihre Unterstützung der Homöopathie kritisiert.

„Viele, die immer wieder betonen, dass unsere Medizin evidenzbasiert sein soll, geben diesen Anspruch bei der Homöopathie auf“, sagte Antes der „Welt“. Wenn man die Prinzipien, nach denen andere Therapien sich bewähren müssten, auf sie anwende, breche das Konstrukt zusammen. „Die Industrie knipst das Arzneimittelgesetz aus, an Universitäten werden die Grundprinzipien von Wissenschaft beiseitegeschoben, Krankenkassen erstatten Behandlungen, die keinen nachweisbaren Nutzen haben. Alle brechen für die Homöopathie ihre eigenen Regeln“, so der Forscher.

Die Cochrane Collaboration ist ein weltweites Netz von Forschern, die den Nutzen von medizinischen Therapien in großen Überblicksarbeiten einschätzen. Diese Arbeiten sind die Grundlage der evidenzbasierten Medizin, für die sich Antes seit Jahren in Deutschland stark macht.

Er kritisierte zudem, dass die Homöopathie auf dem Kongress nun auch noch eine Annäherung an die Krankenhäuser suche. „Die Homöopathen versuchen, auch diese Bastion zu erobern, genauso wie die akademische Lehre, die Unis. Da bröckelt es auch an einigen Stellen.“

Dabei verletze die Homöopathie alle Bedingungen des Arzneimittelgesetzes. Ein normales Medikament müsse eine ganze Reihe von rigiden Prüfungen durchlaufen, bis es anerkannt werde, homöopathische Mittel dagegen nicht, so Altes. „Auch wenn man die gesamte Heilmethode betrachtet, liegt kein Nutzennachweis vor.“

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