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Forsa-Chef Manfred Güllner

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25.11.2015

Forsa-Chef AfD profitiert vom Streit zwischen Seehofer und Merkel

Der Seehofer/Merkel-Zwist habe insgesamt der Union geschadet.

Berlin – Der Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa, Manfred Güllner, sieht die Alternative für Deutschland (AfD) als Profiteur des Streits zwischen CSU-Chef Horst Seehofer und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Flüchtlingsfrage.

„Die AfD profitiert davon, dass Herr Seehofer glaubt, den rechten Rand innerhalb der Union dadurch binden zu können, dass er wie die AfD redet“, sagte Güllner dem „Handelsblatt“. So etwas gehe immer schief. Seehofer habe damit die CSU in Bayern geschwächt und die AfD gestärkt. „Wenn man sich nicht klar genug von radikalen Parteien abgrenzt, dann wandern die Wähler zum Original.“

Der Seehofer/Merkel-Zwist habe insgesamt der Union geschadet, sagte Güllner weiter. „Natürlich hat auch Merkel eine Sympathiedelle.“ Für ihn sei jedoch die härteste Währung in Umfragen die Kanzlerpräferenz. Hier entschieden sich derzeit 46 Prozent für Merkel. „Stellen Sie sich mal vor, Sigmar Gabriel würde einen solchen Wert erreichen, der würde ja zwanzig Jahre lang Freudentänze aufführen“, sagte der Forsa-Chef.

Trotz der immer lauter werdenden Kritik in der Union an der Kanzlerin wegen ihres Umgangs mit dem Thema Flüchtlinge sieht Güllner keine Gefahr für Merkel. Der Rückhalt für sie bei den CDU-Mitgliedern sei „extrem hoch“. 82 Prozent seien mit der Arbeit der Parteivorsitzenden Merkel, 86 Prozent mit der Kanzlerin Merkel zufrieden. Und 83 Prozent wollten, dass Merkel wieder als Kanzlerin kandidiert. „Eine Kanzlerdämmerung kann ich nicht erkennen“, betonte Güllner.

„Zumal, wer jetzt einen Putsch gegen Merkel anzettelt, würde Neuwahlen riskieren.“ Dann wären nach Einschätzung Güllners die AfD und wohl auch die FDP sicher im Bundestag. Damit würde die Union zahlreiche Mandate verlieren. „Das würde vor allem den Abgeordneten nicht gefallen, die im Jahr 2013 unverhofft in den Bundestag eingezogen sind. Die wollen doch nicht schon nach der Hälfte der Legislaturperiode ausscheiden, sondern weiterhin ihre Privilegien genießen“, sagte der Forsa-Chef.

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