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Krise um den Nürburgring spitzt sich zu

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07.02.2012

Formel 1 Krise um den Nürburgring spitzt sich zu

Pachtvertrag mit privaten Betreibern gekündigt – “Vertrauen ist aufgebraucht”.

Düsseldorf/Mainz – Die Zukunft der Formel 1 auf dem Nürburgring ist offener denn je. Wie das Land Rheinland-Pfalz am Dienstag mitteilte, wurde der Pachtvertrag mit den privaten Betreibern des Traditionskurses in der Eifel gekündigt. Infrastrukturminister Roger Lewentz (SPD) sagte, er sei in den vergangenen Monaten zu der Überzeugung gekommen, dass eine gute Zukunft für den Ring “mit den jetzigen Pächtern nicht möglich” sei: “Das Vertrauen ist aufgebraucht.”

Langwieriger Rechtsstreit möglich

Man hoffe nun auf eine einvernehmliche Rückabwicklung der Verträge, allerdings könne es auch zu einem langwierigen Rechtsstreit kommen. Die private Nürburgring Automotive GmbH (NAG) hatte bereits angedeutet, die Kündigung nicht hinzunehmen, da man noch Verträge bis 2040 besitze. Laut Lewentz sei die Pacht nicht bezahlt worden. Das Ruder am Ring soll nun zunächst die Nürburgring GmbH übernehmen. Ziel sei aber eine Ausschreibung. Wie die “Rhein-Zeitung” (Dienstagausgabe) berichtet, sind die Verhandlungen der bisherigen Pächter mit Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone allerdings schon weit fortgeschritten.

Demnach soll der Nürburgring bis 2023 alle zwei Jahre insgesamt fünf Rennen erhalten. Der erforderliche Landeszuschuss würde dann bei jedem Rennen unter zehn Millionen liegen. “So preiswert war die Formel 1 noch nie in der Eifel”, sagte ein NAG-Sprecher. Lewentz entgegnete, bei diesem Angebot rede man über insgesamt 50 Millionen Euro an Landesmitteln. “Ich möchte und muss persönlich mit Herrn Ecclestone sprechen”, kündigte Lewentz an, der zunächst offenbar lediglich ein Rennen im Jahr 2015 für machbar hält. Von einer Drohung Ecclestones, dass die Formel 1 entweder 2013 am Nürburgring gastiere oder gar nicht, wisse er nichts. Sollte das tatsächlich so sein, müsse man natürlich darüber nachdenken. Allerdings würde dann ein Nachtragshaushalt nötig. Für ein Rennen in der Eifel überweist der Nürburgring Ecclestone eine Gebühr von 20 Millionen Euro, was ohne die Unterstützung des Landes kaum möglich ist.

Aus für den Nürburgring?

In diesem Jahr ist aufgrund des jährlichen Wechsels der Hockenheimring Gastgeber des Großen Preises von Deutschland. Experten gehen aber davon aus, dass ein Jahr ohne ein Rennen am Nürburgring das komplette Aus bedeuten würde. Auch die NAG befürchtet, dass die Formel 1 “auf lange Sicht keine Zukunft auf dem Nürburgring hat”, sollte es bis zum Frühsommer dieses Jahres zu keiner Einigung mit Ecclestone kommen.

Der Vertrag des Nürburgrings mit Ecclestone war 2011 ausgelaufen. Erste Gespräche mit dem Briten waren angeblich positiv verlaufen. Damit der Traditionskurs in der Eifel nicht in die Verlustzone fährt, müssten mehr als 120.000 Fans zum Grand Prix kommen. Im vergangenen Juli kamen aber nur 68.000, was nach vorsichtigen Schätzungen einen Verlust von mehr als sechs Millionen Euro bedeutete.

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