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14.01.2011

Foodwatch gegen Rücktritt von Agrarministerin Aigner

Berlin – Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch hat sich gegen einen Rücktritt von Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) ausgesprochen. „Das würde doch nur davon ablenken, was politisch zu tun ist“, sagte Geschäftsführer Thilo Bode dem „Tagesspiegel“.

„Frau Aigner ist eine Gefangene des Systems“, betonte der Verbraucherschützer. Auch ihre Vorgänger, Horst Seehofer und Renate Künast, hätten sich nicht an die Futtermittelindustrie herangetraut. Um die Verquickung von Politik und Wirtschaft aufzuheben, fordert Foodwatch stattdessen ein eigenes Verbraucherschutzministerium.

Das Ministerium, das in seinem derzeitigen Zuschnitt für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zuständig ist, nenne sich zwar Verbraucherschutzministerium. In Wirklichkeit sei es aber ein „Klientelministerium“ für die Ernährungswirtschaft und die Bauern, kritisierte Bode.

Anders als Aigner, die von einzelnen schwarzem Schafen in der Futtermittelindustrie spricht, glaubt Bode, dass Panschereien in der Futtermittelindustrie üblich seien. Es fehle an gesetzlichen Vorgaben und Kontrollen. „Das Futtermittelrecht lädt förmlich zum Missbrauch ein“, sagte der Verbraucherschützer. „Es ist so, als ob man einen Wagen in einer dunklen Seitenstraße mit laufendem Motor abstellt. Da ist es so doch kein Wunder, wenn einer vorbeikommt und mit dem Auto wegfährt.“

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