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Flughafen bereitet sich auf Streik vor

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15.02.2012

Frankfurt Flughafen bereitet sich auf Streik vor

Vorfeld-Beschäftigte für Donnerstag zum Ausstand aufgerufen.

Berlin/Frankfurt – Mit massiven Verspätungen und Flugausfällen müssen Reisende am Donnerstag am Frankfurter Flughafen rechnen. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) rief die rund 200 Beschäftigten auf dem Vorfeld von 15.00 bis 22.00 Uhr zum Ausstand auf. Der Flughafenbetreiber Fraport nannte die Streikandrohung nicht nachvollziehbar. Er hatte zuvor eine Frist zur Annahme einer Schlichtungsempfehlung verstreichen lassen. Die GdF will das Unternehmen nun dazu zwingen. Weitere Streiks sind nach Gewerkschaftsangaben bereits in Planung.

Laut GdF könnte die Arbeitsniederlegung den Flugverkehr am wichtigsten deutschen Drehkreuz zum Erliegen bringen. “Wir gehen davon aus, dass wir die Fraport in massive Schwierigkeiten bringen werden”, sagte Bundesvorstandsmitglied Markus Siebers am Mittwoch in Berlin. Es sei denkbar, “dass kein Flieger mehr an seine Position kommen wird”. Weitere Streiks wolle die GdF jeweils 24 Stunden vor Beginn bekanntgeben.

Unternehmen und Gewerkschaft hatten sich in den Tarifverhandlungen für Beschäftigte in der Verkehrszentrale, der Vorfeldkontrolle und der Vorfeldaufsicht nicht einigen können. Zwar arbeiten in diesem Bereich insgesamt nur rund 200 Personen, doch ohne sie wird die Aufrechterhaltung des Flugverkehrs schwierig. Wer auf dem Vorfeld eingesetzt werde, habe eine zweijährige Ausbildung erhalten, sagte Siebers. So schnell ließen sich die Streikenden also nicht mit anderen Fraport-Mitarbeitern ersetzen.

In der von Fraport angerufenen Schlichtung hatte der frühere Hamburger Bürgermeister Ole von Beust als Vermittler einen Kompromiss vorgeschlagen. Dieser sah nach Angaben des Verhandlungsführers der GdF, des Rechtsanwalts Dirk Vogelsang, vor, dass die Vorfeld-Beschäftigten in einer separaten Gesellschaft angestellt werden und einen eigenen Tarifvertrag bekommen. Bei einer Laufzeit von vier Jahren sah der Schlichterspruch demnach spürbare Gehaltserhöhungen vor. Die GdF nahm die Empfehlung an, Fraport lehnte sie ab.

Der Flughafenbetreiber warf der Gewerkschaft vor, “bisher keinerlei nennenswerte Kompromissbereitschaft gezeigt” zu haben. Sie streue bewusst falsche Informationen, um von den eigentlichen Knackpunkten abzulenken. Fraport habe die GdF-Forderungen für die Beschäftigten der Vorfeldkontrolle nahezu erfüllt, hieß es. Die Forderungen für die Verkehrszentrale und Vorfeldaufsicht seien aber im Verhältnis zu vergleichbaren Tätigkeiten in anderen Bereichen extrem hoch und stünden in keiner Relation zu den Aufgaben.

“Wir stehen weiterhin zu dem gemachten Angebot und zur Rückkehr an den Verhandlungstisch, sofern die GdF zu vernünftigen Verhandlungen bereit ist”, sagte Fraport-Arbeitsdirektor Herbert Mai. Wer ohne nennenswertes Entgegenkommen auf hohen zweistelligen Forderungen im Wesentlichen beharre, “der handelt unverantwortlich”. Der Flughafenbetreiber habe sich auf den Warnstreik vorbereitet, um den Betrieb so weit wie möglich aufrechtzuerhalten. Allerdings seien Verzögerungen und Flugausfälle nicht auszuschließen.

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