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Flughafen bekräftigt Forderung nach 3. Startbahn

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23.02.2012

München Flughafen bekräftigt Forderung nach 3. Startbahn

Passagierrekord im Jahr 2011 – Startbahngegner bestreiten Kapazitätsengpass.

München – Angesichts des Passagierrekords im vergangenen Jahr hat der Flughafen München die Forderung nach einer dritten Startbahn erneuert. Bei derzeit jährlich 38 Millionen Fluggästen und 410.000 Starts und Landungen verfügten die beiden Startbahnen zu Spitzenzeiten über keine Kapazitäten mehr, sagte Flughafenchef Michael Kerkloh am Donnerstag in München. Dem bevorstehenden Münchner Bürgerentscheid über den Ausbau sieht Kerkloh nach eigenen Angaben optimistisch entgegen.

Kerkloh sagte, die dritte Startbahn sei für den Flughafen „strategisch enorm wichtig“. Bis zu deren Inbetriebnahme sei nur noch ein „moderates Wachstum der Flugbewegungen möglich“. Kerkloh versicherte, der Flughafen sei in der Lage, den Ausbau „aus eigener Kraft zu bestreiten“.

Drehkreuzfunktion beschert Flughafen höhere Gewinne

Im vergangenen Jahr wurden in München den Angaben zufolge erstmals 38 Millionen Fluggäste abgefertigt. Dies entspreche einem Anstieg um neun Prozent oder drei Millionen Passagieren im Vergleich zum Vorjahr, sagte Kerkloh. Der Flughafen München sei gemessen an den Passagierzahlen nunmehr der sechstgrößte in Europa.

Positiv fiel auch die wirtschaftliche Jahresbilanz des Flughafens für 2011 aus. Den Angaben zufolge stieg das Ergebnis nach Steuern von 154 Millionen Euro im Jahr 2010 auf voraussichtlich 230 Millionen Euro. Der Flughafen erzielte demnach Erlöse von 950 Millionen Euro, ein Zuwachs von rund sechs Prozent. Grund für das Wachstum sei in erster Linie die steigende Bedeutung des Flughafens als internationales Drehkreuz, sagte Kerkloh.

Argumenten der Startbahngegner, der Umsteigeverkehr habe keinen wirtschaftlichen Wert für die Region München, widersprach der Flughafenchef. Er erwarte sich vom Münchner Bürgerentscheid im Juni ein „starkes politisches Signal“ im Sinne eines Startbahnbaus, sagte Kerkloh.

Startbahngegner verweisen auf Rückgang bei Flugbewegungen

Die Gegner des Projekts bestritten am selben Tag hingegen vehement die Notwendigkeit eines Ausbaus. Der Grünen-Landtagsabgeordnete Christian Magerl aus Freising sagte, der Flughafen habe zwar einen Passagierrekord erreicht. Die für einen Ausbau eigentlich entscheidende Zahl der Flugbewegungen sei aber noch unter der des Jahres 2006 geblieben. Es gebe keine Anzeichen für einen Bedarf einer dritten Startbahn.

Der Sprecher des Münchner Bündnisses gegen die dritte Startbahn, Michael Piazolo, verwies auf Angaben der deutschen Flugsicherung, wonach in den ersten sieben Wochen 2012 die Flugbewegungen in München um 3,7 Prozent zurückgegangen seien. „Die Geschichte des immerwährenden Wachstums auf dem Flughafen München ist falsch“, sagte er. Die Kapazitäten des Flughafens seien auf lange Sicht ausreichend.

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