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Gefängnis Knast

© Beademung / gemeinfrei

30.01.2012

Gefängnisausbruch in Bochum Flüchtiger doch kein Kleinkrimineller

Behörden korrigieren Angaben zur Gefährlichkeit des Häftlings.

Bochum/Düsseldorf – Informationspanne bei der Fahndung nach dem Ausbrecher aus der Justizvollzugsanstalt (JVA) Bochum: Der am Sonntag entflohene 47-jährige Häftling sei doch kein Kleinkrimineller. Er werde in seinem Heimatland Polen unter anderem wegen des Verdachts auf Tötung und Brandstiftung gesucht, musste das NRW-Justizministerium am Montag einräumen.

Am Sonntag hatte die Bochumer JVA noch mitgeteilt: “Der Gefangene gilt als nicht gewalttätig.” Der erneute Ausbruch aus der JVA Bochum sorgte für Streit in der NRW-Landespolitik.

Von dem Häftling, der in Bochum wegen mehrerer Diebstähle sowie wegen Körperverletzung einsaß und am Sonntag geflohen war, fehlte auch am Montag noch jede Spur. Der 47-Jährige war beim Putzen des Besucherkontrollbereichs durch ein mit Panzerglas gesichertes Fenster geflohen, das er aufgrund eines Baumangels öffnen konnte.

Die Opposition forderte Aufklärung von Justizminister Thomas Kutschaty (SPD). “Die erneute Flucht eines Häftlings aus der JVA Bochum wirft massive Sicherheitsfragen auf”, sagte der FDP-Abgeordnete Robert Orth. “Aufgrund der Häufung der Vorkommnisse in Bochum muss man sich die Frage stellen, ob die JVA-Bochum löchrig ist wie ein Schweizer Käse.”

CDU-Fraktionsvize Peter Biesenbach sagte: “Es ist etwas faul an der Sicherheit in der JVA Bochum.” Mehr als 24 Stunden lang habe das Ministerium zudem die Öffentlichkeit über die Gefährlichkeit des Mannes im Ungewissen gelassen. “Das ist ein Skandal.” Kutschaty müsse “schleunigst für Klarheit und Sicherheit sorgen”.

Erst vor zwei Wochen hatte der Fluchtversuch eines anderen Häftlings in Bochum für Aufregung gesorgt. Ein als gefährlich eingestufter 50-Jähriger hatte die Gitterstäbe seines Fensters durchgesägt und war aus seiner Zelle verschwunden. Eine groß angelegte Suche verlief zunächst erfolglos. Justizmitarbeiter entdeckten den Flüchtigen schließlich auf dem Spitzboden des Gefängnisses.

Der letzte erfolgreiche Fluchtversuch aus der JVA Bochum gelang vor einem Jahr einem 26-jährigen Untersuchungshäftling. Er war damals aus einer Dachluke geklettert, über das Dach gelaufen, dann sechs Meter tief auf ein benachbartes Gebäude und von dort aus fünf Meter tief auf die Straße gesprungen.

Laut Landesregierung ist die Zahl der Gefängnisausbrüche in Nordrhien-Westfalen nach Modernisierungen Mitte der 1990er Jahre deutlich zurückgegangen. Während vorher jährlich eine zweistellige Zahl an Fällen registriert wurde, seien zuletzt nur noch vereinzelt Gefangene geflohen.

Zu den spektakulärsten Ausbrüchen der vergangenen Jahre zählt die Flucht der beiden Schwerverbrecher Michael Heckhoff und Peter Paul Michalski aus der JVA Aachen im November 2009. Auf ihrer Flucht hatten sie mehrere Geiseln genommen.

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