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Generalstreik legt Griechenland lahm

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20.02.2013

Finanzkrise Generalstreik legt Griechenland lahm

Geldgeber-Troika sehe Griechenland wie ein Versuchstier.

Athen – Tausende Griechen haben am Mittwoch bei einem landesweiten Generalstreik ihre Arbeit niedergelegt. Die Dachgewerkschaften der Privatangestellten (GSEE) und der Beamten (ADEDY) hatten aus Protest gegen „die arbeitnehmerfeindlichen, unsozialen und ineffizienten Maßnahmen der autoritären Athener Regierung“ zu einem 24-stündigen Generalstreik aufgerufen. Schulen, Behörden und Banken blieben geschlossen. Zudem lief der öffentliche Nahverkehr nur auf Sparflamme. In den vergangenen Monaten hatten bereits mehrfach Ausstände das öffentliche Leben beeinträchtigt.

„Die Geldgeber-Troika aus EU, EZB und IWF sieht Griechenland wie ein Versuchstier“, sagte GSEE-Chef Jannis Panagopoulos der Nachrichtenagentur dapd. Es brauche einen Marshall-Plan für Griechenland und Europas Süden, fügte er hinzu. Auch Griechenlands Staatspräsident Karolos Papoulias hatte am Dienstag in Athen beim Besuch von Frankreichs Staatspräsident François Hollande gewarnt, dass die Griechen an der Grenze ihrer Belastbarkeit angelangt seien. „Die Griechen können nicht mehr geben“, sagte Papoulias.

Protestler blockieren Autobahn

Der landesweite Protest Tausender Griechen richtete sich gegen die drastischen Kürzungen bei Löhnen, Gehältern, Renten und Pensionen in Verbindung mit massiven Steuererhöhungen. „Es reicht“ und „Athener Koalition + Troika = Bankrott“ war auf Transparenten in der zentralgriechischen Stadt Volos zu lesen. Ferner wurde Griechenlands wichtige Verkehrsverbindung, die Autobahn von Athen nach Thessaloniki, von protestierenden Bauern, Studenten und Beamten beim Ort Killeler 380 km nördlich von Athen besetzt. Der Protest der lokalen Bevölkerung richtete sich zudem gegen die Schließung und Zusammenlegung von Krankenhäusern, Schulen und Universitäten in der Region. Diese wird von der Athener Regierung im Zuge der Sparpolitik vorangetrieben.

Zu den Streikenden gehörten Lehrer, Ärzte, Rechtsanwälte und Beschäftigte im öffentlichen Nahverkehr. Banken und Behörden blieben geschlossen. Zudem legten Arbeitnehmer bei den Staatseisenbahnen OSE und der Athener Vorstadtbahn ihre Arbeit nieder. Überdies hatten die etwa 6.000 Zahnärzte im Großraum Athen sowie die Lieferanten und Verkäufer der Wochenmärkte ihre Teilnahme am Generalstreik angekündigt. Probleme gab es auch im nationalen und internationalen Luftverkehr. Griechenlands Luftfahrtbehörde YPA hatte zu Arbeitsniederlegungen am Vormittag und in den späteren Abendstunden aufgerufen.

Streikwelle dauert seit 2010 an

Der Generalstreik stellt bereits die 34. Streikaktion seit Beginn der Finanzkrise im Frühjahr 2010 da. Das Euro-Sorgenkind Griechenland steckt im sechsten Jahr der Rezession. Auch in diesem Jahr wird die hellenische Wirtschaftsleistung um voraussichtlich mehr als vier Prozent zurückgehen. Die Wirtschaft ist seit 2008 bereits um mehr als ein Fünftel eingebrochen. Die Arbeitslosigkeit ist auf 27 Prozent geklettert. Der rigorose Sparkurs der Regierung in Verbindung mit massiven Steuer- und Abgabeerhöhungen stellt die griechische Bevölkerung seit Monaten auf eine Zerreißprobe.

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