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Soderberg zeigt mit „Side Effects gleich drei Filme

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12.02.2013

Berlinale Soderberg zeigt mit „Side Effects“ gleich drei Filme

US-Regisseur stellt Thriller über Pharmaindustrie  vor.

Berlin – Der Psychothriller „Side Effects“ besteht für Regisseur Steven Soderbergh aus „Film A, Film B und Film C“. Er erzählt die Geschichte der rätselhaften depressiven Patientin Emily Taylor (Rooney Mara), aber auch die Geschichte ihres Psychiaters Dr. Jonathan Banks (Jude Law). Zugleich zeigt der Filmemacher („Traffic“, „Erin Brockovich“), der sich gern politische Skandale oder gesellschaftliche Zustände vornimmt, aber auch die Machenschaften der Pharmakonzerne, die Rolle von Ärzten – und nicht zuletzt die der Aktienmärkte.

Soderbergh spielt gern mit verschiedenen Levels von Zeit und Handlung – und reizt das in „Side Effects“ voll aus. Die Story strotzt vor Wendungen und verdächtiger Figuren und strapaziert den Plot fast über. Hauptdarstellerin Mara („Verblendung“) bekommt jedoch das Prädikat umwerfend und lässt das, was an Handlungspuzzle vielleicht ein bisschen zu viel des Guten ist, locker verzeihen.

Der US-Regisseur geht übrigens mit fast brachialer Arbeitsweise an seine Filme heran. „Ich gehe jeden Film so an, als sollte er alle zerstören, die ich davor gemacht habe“, sagte Soderbergh am Dienstag bei der Vorstellung des Films im Wettbewerb der Berlinale.

Nebenwirkung: Mord im Schlaf

Die Handlung: In Emilys Leben könnte eigentlich alles wieder gut werden. Ihr Mann Martin (Channing Tatum) ist nach vier Jahren Haft wegen Insiderhandels an der Börse endlich raus aus dem Knast. Doch statt die neue Unbeschwertheit zu genießen, plagen Emily extreme Angstzustände, die in spontanen Selbstmordversuchen gipfeln.

Die von Dr. Banks verschriebenen Antidepressiva helfen, machen Emily aber auch zur unberechenbaren Schlafwandlerin. Eines Tages liegt ihr Ehemann niedergestochen in der Wohnung, doch Emily erinnert sich an nichts. Dr. Banks nimmt sich ihres Falls in vollem Umfang an, therapiert, untersucht, ermittelt – speist mittags aber auch mit Studien bezahlenden Pharmavertretern. Und man fragt sich, was eigentlich gefährlicher ist: krank sein oder Medikamente nehmen.

Das Drehbuch zu „Side Effects“ stammt von Scott Z. Burns, der mit Soderbergh schon bei „Contagion“ und „Der Informant!“ zusammenarbeitete. Burns recherchierte für den Pharmathriller jahrelang und wollte erst selbst auf dem Regiestuhl Platz nehmen, wie er am Dienstag in Berlin sagte. In den USA ist der Thriller schon angelaufen, in die deutschen Kinos kommt er am 25. April.

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