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Puma verliert 2012 zwei Drittel seines Gewinns

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14.02.2013

Bilanz Puma verliert 2012 zwei Drittel seines Gewinns

Bilanzzahlen des Sportausrüsters.

Herzogenaurach – Erst am Ende seiner letzten Bilanzpressekonferenz wird der scheidende Vorstandsvorsitzende des Sportausrüsters Puma, Franz Koch, persönlich. „Ich habe mir das sicherlich nicht ganz freiwillig ausgesucht“, antwortete er am Donnerstag in Herzogenaurach auf Journalistenfragen zu den Ereignissen zum Jahresende 2012, als der Verwaltungsrat der Puma SE überraschend Kochs Ausscheiden zum 31. März 2013 bekanntgegeben hatte.

Der bald 34-Jährige spricht von einem „Foul“ und davon, dass er als Sportler nach so etwas wieder aufstehe und in die Zukunft blicke. „Auf das bisher Erreichte bin ich stolz und verlasse das Unternehmen in ein paar Wochen erhobenen Hauptes“, betonte er. Wie es für ihn am 1. April nach nur 18 Monaten als Puma-Chef weitergeht, ließ er offen. „Ich freue mich jetzt erst einmal auf eine Auszeit zum Surfen und mit meiner kleinen Familie“, sagte er. Danach werde er sich von der Zukunft überraschen lassen.

Für seinen langjährigen Arbeitgeber – Koch war seit 2007 bei Puma – gab er den Weg für die Zukunft schon vor: Die aktuelle Frühjahr-/Sommerkollektion trägt erstmals seine Handschrift, ein Restrukturierungsprogramm, das Puma schlanker und wieder profitabler machen soll, ist eingeleitet.

Durch Kosten hierfür sowie für den Rückkauf von Markenrechten in Spanien fielen 2012 nach Angaben von Puma-Finanzvorstand Michael Lämmermann Sonderausgaben in Höhe von 177,5 Millionen Euro an, die im dritten und viertel Quartal verbucht wurden. Dadurch rutschte Puma im vierten Quartal trotz eines Umsatzanstiegs um währungsbereinigt 8,7 Prozent auf 804,7 Millionen Euro tief in die roten Zahlen: Das Konzernergebnis brach von 33,1 Millionen Euro im Vorjahr auf minus 42,6 Millionen Euro ein.

Im Gesamtjahr wuchs der Umsatz des MDAX-Konzerns währungsbereinigt um 4,6 Prozent auf knapp 3,3 Milliarden Euro, während der Konzerngewinn nach Steuern von 230,1 Millionen auf 70,2 Millionen Euro wegsackte. Entsprechend soll die Dividende für 2012 von 2,00 Euro im Vorjahr auf 0,50 Euro gesenkt werden.

Für 2013 stellte Koch – auch wegen einer Ausdünnung des Produktportfolios – einen Umsatz auf Vorjahresniveau in Aussicht, das Ergebnis soll dagegen „deutlich verbessert“ werden. „Wir wollen weiter wachsen, aber nicht um jeden Preis“, betonte der Puma-Chef.

Dabei sei 2013 als Übergangsjahr zu betrachten, in dem das Transformations- und Kostensenkungsprogramm zum Tragen komme, sagte Koch und kündigte den Abbau von weltweit 450 Stellen an – größtenteils durch die Schließung unrentabler Einzelhandelsgeschäfte. Aktuell beschäftigt Puma 11.290 Vollzeitmitarbeiter (Vorjahr 10.836), davon 1.039 (1.003) in Deutschland.

Die Zukunft sieht Koch für Europas zweitgrößten Sportausrüster weiterhin in dessen Positionierung als Lifestyle-Unternehmen, wobei künftig verstärkt die 18- bis 21-Jährigen „und jünger“ angesprochen werden sollen. „Wir müssen als Marke wieder jünger, frischer und innovativer werden“, sagte Koch.

Gleichzeitig will Puma auch als Sportausrüster wieder glaubwürdiger werden, mit den Kernbereichen Laufen, Training und Fitness sowie Golf und hier den Anteil am Konzernumsatz von aktuell 35 auf 40 Prozent ausbauen. Vom Segelsport wird sich das Unternehmen unterdessen zurückziehen, um sich stärker auf den boomenden Bereich Outdoor zu fokussieren.

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