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Fahnder ziehen Drogen für 250.000 Euro aus dem Verkehr

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12.01.2012

Kriminalität Fahnder ziehen Drogen für 250.000 Euro aus dem Verkehr

Nürnberg – Ware von sogenannten „Vietnamesenmärkte“ im Visier. Bei mehrmonatigen gemeinsamen Kontrollen haben Zollfahnder aus Deutschland und Tschechien Drogen im Wert von mehr als einer Viertelmillion Euro sichergestellt.

Sie nahmen dabei vor allem den Schmuggel von Rauschgift ins Visier, das auf den sogenannten „Vietnamesenmärkten“ gekauft wurde. „Waren die Vietnamesenmärkte früher für gefälschte Markenkleidung bekannt, so blüht jetzt immer mehr der Drogenhandel“, sagte Pavel Hoffman, Leiter einer tschechischen Rauschgift-Spezialeinheit, am Donnerstag in Nürnberg.

Die Beamten fanden bei Schmugglern insgesamt 1,6 Kilogramm Crystal Speed. Das äußerst gefährliche Rauschgift werde von Vietnamesen in illegalen Labors hergestellt und dann auf den Märkten in den Grenzregionen vertrieben, hieß es. Die sichergestellte Menge entspricht 64.000 Konsumeinheiten mit einem Straßenverkaufswert in Höhe von 225.000 Euro. Außerdem konnten vier Kilogramm Marihuana im Wert von 32.000 Euro konfisziert werden.

Bei der Operation „Speedway“ wurden zwischen Oktober und Dezember 2011 rund 3.300 Menschen auf den Straßen sowie in Zügen des Grenzgebiets gezielt kontrolliert. Gegen 16 deutsche Staatsbürger wurden Haftbefehle erlassen.

Der Drogenschmuggel hat an der deutsch-tschechischen Grenze Hochkonjunktur. Seit dem Jahr 2009 stellt der deutsche Zoll eine kontinuierliche Steigerung des Crystal-Schmuggels bundesweit fest. Die beschlagnahmten Mengen stiegen von weniger als einem Kilogramm im Jahr 2009 auf 17 Kilogramm im vergangenen Jahr. „Der Drogenschmuggel hat eine neue Dimension erreicht“, sagte Hartmut Koschyk, der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesfinanzminister.

Nach Angaben des Zolls waren die Menschen, bei denen Rauschgift gefunden wurde, zwischen 17 und 35 Jahren alt. Ein großer Teil habe sich die Drogen zum Eigengebrauch besorgt, es seien aber auch Zwischenhändler gefasst worden, die ihre heiße Ware in Deutschland auf den Markt bringen wollten. Der engagierten grenzübergreifenden Zusammenarbeit sei es zu verdanken, „dass dieses Rauschgift nicht in die Hände argloser Jugendlicher geraten ist“, sagte Koschyk. Er kündigte an, dass die deutschen und tschechischen Behörden ihre gemeinsamen Kontrollen fortsetzen würden.

Die tschechische Polizei tut sich indes schwer, gegen die „Vietnamesenmärkte“ vorzugehen. Diese würden von speziell ausgebildeten Kämpfern bewacht, erläuterte Hoffman. Erst jüngst sei ein Polizist bei der Kontrolle eines Marktes lebensgefährlich verletzt worden. Immerhin sei es seinen Einheiten in den vergangenen Monaten gelungen, rund 400 Drogenlabore auszuheben. Crystal Speed lasse sich wegen des geringen technischen Aufwands allerdings auch im Wald oder in Fahrzeugen herstellen.

Bei den Kontrollen wurden auch 350.000 Tabletten eines Medikaments sichergestellt, aus denen sich der Grundstoff für Crystal Speed gewinnen lässt. Vermutlich sieben Kilogramm des Rauschgifts, das unter anderem zu Schlaganfällen und Gedächtnisstörungen führen kann, hätten damit produziert werden können.

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