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06.03.2010

Facebook-Werbung läuft leicht aus dem Ruder

San Francisco – Facebook beheimatet mittlerweile zahlreiche Werbeanzeigen und Kampagnen großer Unternehmen. Gleichzeitig machen auch immer mehr kleine Firmen Gebrauch von dem sozialen Netzwerk als Werbeumfeld. Die Ergebnisse sind dabei höchst unterschiedlich und reichen von unterhaltsam und lustig bis hin zu verstörend und lästig. Weil sich das Werben in Social Networks bisher als relativ schwierig erwiesen hat, gibt es beim Erfindungsreichtum der Unternehmen kaum noch Grenzen.

Hauptsache Aufmerksamkeit

Für viele gilt offenbar das Motto „Hauptsache Aufmerksamkeit“ und so kommt es nicht selten auch zu Online-Kampagnen, die falsche Tatsachen vorgaukeln und Nutzer bewusst in die Irre führen. Ein Beispiel war etwa eine Anzeigenkampagne der vergangenen Wochen, die sich den Hype rund um Apples iPad zunutze machen wollte, berichtet die New York Times. Unter anderem wurde damit geworben, dass Musikliebhaber zum Testen und Behalten eines iPads gesucht würden. Allerdings steckte etwas anderes dahinter und die Nutzer wurden auf eine Seite namens Prize-Rewards.net umgeleitet, wo diese sich zu Mitgliedschaften bei Onlineservices registrieren sollten. Die Kampagne wurde aufgrund der Irreführung schließlich von Facebook von der Plattform genommen. Der sogenannte Self-Service von Facebooks Werbesystem macht es jeder Person und jeder Firma relativ einfach, schnell eine Anzeige zu schalten und damit ein Millionenpublikum zu erreichen. „Vor einem Jahr hatten wir noch Anzeigen mit weniger Qualität, das hat sich inzwischen verbessert“, so sich Dan Rose, Vice President Business Development bei Facebook, überzeugt. Man stehe noch am Anfang, aber es seien bereits Fortschritte gemacht worden.

Intelligent oder verstörend

Damit Werbung auf Seiten wie Facebook funktioniert, muss sie sich von klassischen Online-Anzeigen abheben und auf die Interaktion in den Netzwerken setzen. Das betont auch Social-Media-Profi Matthias Lüfkens vom WEF Davos. „Werbung, die interessant ist und Werbung, bei der man mitmachen kann, wird in sozialen Netzwerken erfolgreich sein. Man kann nicht einfach kommen und sagen, ‚kauft mein Produkt‘. Die Werbung auf Facebook muss schon intelligenter sein.“ Wenn die teils verrückten Kampagnen aufgehen, so kann das einen überragenden Erfolg für das werbende Unternehmen bedeuten. „Wenn es daneben geht, ist das oft nicht nur gruselig sondern wirklich verstörend“, meint Tim Hanlon von der Beratungsfirma Riverview Lane Associates in Chicago. Marketer würden danach denken, wie sie sich bei jemandem beliebt machen können. Mit dem Wissen um Persönliches könne dabei tatsächlich leicht eine Grenze überschritten werden.

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