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Mario Draghi

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14.01.2015

Europäische Zentralbank Draghi fühlt sich in Deutschland missverstanden

„Wenn Glaube und Beweise aufeinandertreffen, haben die Beweise keine Chance.“

Frankfurt – Mario Draghi fühlt sich in Deutschland missverstanden. „Wir sind nicht dazu da, dem einen oder anderen Land Vorteile zu verschaffen oder gar den deutschen Sparer zu bestrafen“, sagte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) der Wochenzeitung „Die Zeit“.

„Die EZB wurde in der Tradition der Bundesbank gegründet. Aber es gibt da einen großen Unterschied, denn die EZB ist nicht nur für ein Land, sondern für 19 zuständig. Und die Instrumente, um dieses Mandat zu erfüllen, sind andere. Das ist sozusagen die Botschaft, die einige in Deutschland verstehen müssen.“ Es sei aber manchmal schwierig, das zu erklären, auch „im Gespräch mit einigen Politikern“.

Seinen Kritikern warf Draghi indirekt vor, nicht sachgerecht zu argumentieren. „Wenn Glaube und Beweise aufeinandertreffen, haben die Beweise keine Chance. (…) Die vielerorts verbreitete Vereinfachung der Diskussion ist in Wahrheit eine Verflachung, die zu falschen Schlüssen führt“, sagte er.

Dem Notenbankchef ist von deutschen Wirtschaftsprofessoren und Politikern wiederholt vorgeworfen worden, in der EZB die Interessen der Südstaaten zu vertreten. Die Frage, ob ihn dies verletze, beantwortete Draghi mit „Ja“.

Anders, als von vielen seiner Gegner behauptet, habe die EZB bisher keine Verluste gemacht, statt dessen verteile sie „Milliardengewinne an ihre Mitglieder. Auch an die Bundesbank, die sie weitergibt ans Finanzministerium, also an die deutschen Bürger“, so Draghi.

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