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2.500 Menschen protestieren gegen Neonazis

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15.02.2013

Cottbus 2.500 Menschen protestieren gegen Neonazis

Sitzblockaden und Friedensgebet.

Cottbus – Bunt und laut haben am Freitag rund 2.500 Menschen ihren Protest gegen einen Neonazi-Aufmarsch in Cottbus kundgetan. „Heißer Tee statt braune Soße“ oder „Nazis raus aus den Köpfen“ hieß es auf Plakaten und Spruchbändern. Die Demonstranten hätten Gesicht „gegen den geschichtsverfälschenden und als Trauermarsch deklarierten Aufzug der Nazis“ gezeigt, sagte der Sprecher des Aktionsbündnisses „Cottbus bekennt Farbe“, Lothar Judith.

Etwa 100 Mitglieder der rechtsextremen NPD und sogenannter Freier Kräfte hatten sich nach Polizeiangaben anlässlich des 68. Jahrestags des alliierten Luftangriffs auf die Cottbuser Südstadt zu einem Marsch durch die Innenstadt versammelt. Durch den massiven und friedlichen Widerstand der Gegendemonstranten des Bündnisses „Cottbus Nazifrei!“ wurden sie lange Zeit mit Sitzblockaden erfolgreich am Abmarsch gehindert.

Bereits am Freitagnachmittag waren zwei Cottbuser Demonstrationszüge vom Bahnhof und vom Campus der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) aus durch die Innenstadt zum Schillerplatz am Staatstheater gezogen. Es sei eine der machtvollsten und kreativsten Aktionen gegen den braunen Spuk in Cottbus gewesen, sagte Bündnissprecherin Angelika Müller.

„Cottbus bleibt bunt“

„Cottbus bleibt bunt und Nazis haben in unserer Stadt nichts zu suchen“, erklärte Oberbürgermeister Frank Szymanski (SPD). Bei der großen Abschlusskundgebung sprachen außerdem Finanzminister Helmuth Markov (Linke), Bildungsministerin Martina Münch (SPD), die Cottbuser Superintendentin Ulrike Menzel und die Sorbenbeauftragte Angela Schurmann. „Es ist mir ein sehr persönliches Anliegen, gegen jeden angekündigten Aufmarsch neuer Nazis in unserem Land auf die Straße zu gehen und ich bin froh, dass ich heute in Cottbus dabei nicht allein bin“, sagte Brandenburgs stellvertretender Ministerpräsident Markov.

Der Aktionstag gegen den Neonaziaufmarsch hatte bereits am Freitagmittag mit dem Läuten der großen Trauerglocke und einem Friedensgebet in der Evangelischen Lutherkirche begonnen. Das Gotteshaus wurde am 15. Februar 1945 durch amerikanische Bomben zerstört und brannte völlig aus. Bei dem Luftangriff wurden außerdem der Cottbuser Bahnhof, das Krankenhaus und das Frauenzuchthaus zerstört. Dabei gab es rund 1.000 Todesopfer und zahlreiche Verletzte.

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