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Experte kritisiert Hygienemängel in Bremer Klinik

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01.03.2012

Klinikum Bremen Experte kritisiert Hygienemängel in Bremer Klinik

Untersuchungsausschuss berät über weiteres Vorgehen.

Bremen – Nach dem Tod von mehreren Frühgeborenen im Klinikum Bremen-Mitte im vorigen Jahr sind Hygienemängel nach Ansicht eines Experten nicht ausreichend bekämpft worden. Die umfangreichen Umbaumaßnahmen seien nicht zielführend gewesen, sagte Klaus-Dieter Zastrow von der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene am Donnerstag im ARD-„Morgenmagazin“. Die gefährlichen Darmbakterien würden nicht „von der Decke fallen“. Stattdessen sei klar, dass die Erreger vom Personal eingeschleppt worden sein mussten.

Nach Bekanntwerden der tödlichen Infektionswelle im November 2011 war der für Frühgeborene tödliche Darmkeim bei Untersuchungen am Personal nicht entdeckt worden. Derzeit laufen neue Tests, nachdem ein identischer Erreger auf der Frühchenstation in der vorigen Woche wieder aufgetaucht war. Die Ergebnisse stehen noch aus. Eine Sprecherin des Gesundheitsressorts sagte, es sei erneut ein Hygieneexperte des Robert-Koch-Instituts zur Beratung angefordert worden.

Zu Wochenbeginn waren im Klinikum Bremen-Mitte zwei Frühgeborene gestorben, die von einem Keim befallen waren. Nach wie vor sei unklar, in welchem Zusammenhang der Keimbefall mit ihrem Tod stehe, sagte die Sprecherin. Nach dem Tod der beiden Babys waren am Mittwoch sowohl die Frühgeborenen-Station als auch die Geburtenstation der Klinik geschlossen worden. Entbindungen seien bis auf Weiteres deshalb im Bremer Klinikum nicht möglich, teilte der Klinikverbund Gesundheit Nord mit. Die verbliebenen Frühgeborenen wurden auf eine andere isolierte Station verlegt.

Der Untersuchungsausschuss zum Hygieneskandal im Klinikum Bremen-Mitte berät unterdessen seit Donnerstagmorgen in nicht öffentlicher Sitzung über sein weiteres Vorgehen. Damit reagiert das Gremium auf einen Antrag der Bremer CDU-Fraktion, die angesichts der neuesten Entwicklungen die Aussetzung der Zeugenbefragung fordert.

Zudem muss nach Überzeugung der CDU-Fraktion der Auftrag des Ausschusses durch die Bürgerschaft erweitert werden. Geklärt werden müsse, wie es bereits seit 2009 immer wieder zu dem Keimbefall auf der Frühchenstation kommen konnte.

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