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Kanzlerin bleibt Wulff treu

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13.01.2012

Experte Kanzlerin bleibt Wulff treu

Merkel-Kenner Langguth hält Lammert für möglichen Nachfolgekandidaten.

Bonn – Der Politikwissenschaftler Gerd Langguth geht davon aus, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auch in der Affäre um den Bundespräsidenten an ihrer Verzögerungstaktik festhält.

Im Interview mit der Nachrichtenagentur dapd sagte der Merkel-Biograf: „Sie hat eiserne Nerven und ist vom Typ her eher jemand, der abwartet, wie sich die Dinge entwickeln“. Sollte Bundespräsident Christian Wulff nicht von sich aus gehen, werde die Kanzlerin ihn auch weiterhin stützen.

Wegen seiner Kredit- und Medienaffäre bleibt der öffentliche Druck auf Wulff weiterhin hoch. Über mögliche Nachfolger wird bereits heiß diskutiert. Dabei liegt der DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck in der Gunst der Deutschen ganz weit vorne. Langguth glaubt aber nicht an eine Benennung Gaucks durch Merkel. Der 71-Jährige war bereits bei der Wahl 2010 als Kandidat von SPD und Grünen unterlegen, nachdem die Kanzlerin sich mit den Regierungsparteien auf Wulff festgelegt hatte. „Merkel bleibt in der Kontinuität ihrer Entscheidungen. Ihr Nein zu Gauck vor zwei Jahren hat auch weiterhin Bestand“, zeigte sich Langguth überzeugt.

Eines scheint für den Merkel-Biograf sicher: „Im Fall der Fälle würde Merkel sehr schnell und überraschend einen Kandidaten benennen, den die SPD nicht ablehnen könnte“. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) sei hierfür einer der aussichtsreichsten Aspiranten, glaubt Langguth. Der 63-Jährige hat sich vor allem durch die Verteidigung von Parlamentsrechten auch gegen die eigene Regierung einen Namen gemacht. Zuletzt hatte er jedoch eigene Ambitionen auf das höchste Amt im Staate verneint.

Planspiele im Kanzleramt zu Nachfolgekandidaten hält Langguth zum jetzigen Zeitpunkt für unwahrscheinlich. Zu groß sei die Gefahr, dass etwas nach Außen dringen könnte. „Es wird sicherlich schon mal laut nachgedacht worden sein, aber offizielle Gespräche über Alternativen wird es sicher noch nicht gegeben haben“, sagte er.

Den sich ausbreitenden Unmut in den eigenen Reihen habe Merkel aber sehr wohl registriert. Aus diesem Grund äußere sie sich „sehr proportioniert und nicht lautstark“, im Gegensatz zu manch anderem in der Union. „Merkel hat sich zwei Mal hinter Wulff gestellt. Beide Male war die Botschaft vor allem an ihre eigene Partei gerichtet: Wulff ist und bleibt unser Bundespräsident“, sagte Langguth.

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