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02.11.2010

Ex-Verfassungsrichter widerspricht Wulff in Islamfrage

Frankfurt – Den Befund von Bundespräsident Christian Wulff, der Islam gehöre zu Deutschland, hält der Staatsrechtler Ernst-Wolfgang Böckenförde für unangemessen. In einem Interview mit der „Frankfurter Rundschau“ betont der ehemalige Richter am Bundesverfassungsgericht, dass es besser gewesen wäre zu sagen: „Die Muslime hier gehören zu Deutschland.“

Zur Begründung sagt Böckenförde, dieser Satz beziehe „sich auf Menschen, die hier leben mit dem Glauben, den sie haben und den sie auch ausüben dürfen. Das bedeutet aber noch lange nicht, den Islam, den die Muslime im Gepäck mitgebracht haben als Religion mit recht diffusem Lehrgebäude, sogleich als Teil unseres Landes anzuerkennen.“

Die Forderungen nach einer Leitkultur hält der Jurist dagegen für untauglich. Vielmehr gehe es um die Verpflichtung des Bürgers auf die im Grundgesetz formulierten Prinzipien. „Leitkultur bedeutet, die Pluralität der Lebensformen anzuerkennen und zu achten. Wenn uns das gelingt, kann auch die Integration gelingen. Denn Freiheit ist ansteckend.“

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