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Kinder

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31.05.2017

Eurostat Mehr als jedes siebte Kind in Deutschland armutsgefährdet

„Die Bundesregierung muss endlich ein Konzept gegen Kinderarmut vorlegen.“

Berlin – Mehr als jedes siebte Kind in Deutschland ist armutsgefährdet. Insgesamt 1,7 Millionen Kinder unter 16 Jahren leben in einem Haushalt, dessen Einkommen unter der sogenannten Armutsgefährdungsschwelle liegt: Das geht aus Daten des Europäischen Statistikamtes Eurostat hervor, die die Linken-Fraktionsvize Sabine Zimmermann ausgewertet hat und über die die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwoch) berichten.

Als armutsgefährdet gelten laut Eurostat Haushalte, deren gesamtes Einkommen weniger als 60 Prozent des Median-Einkommens betrug. Der Eurostat-Statistik zufolge traf dies in Deutschland im Jahr 2015 für 14,6 Prozent der unter 16-Jährigen zu. Im Jahr 2006 hatte die Zahl der armutsgefährdeten Kinder mit 1,5 Millionen noch deutlich niedriger gelegen, ihren Höchststand mit rund 1,8 Millionen im Jahr 2011 erreicht.

Nach einer Sonderauswertung von Eurostat sind noch weit mehr Kinder von finanziellen Engpässen ihrer Eltern betroffen: So lebten 2015 etwa 3,3 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren in einem Haushalt, der sich keine Urlaubsreise leisten kann – immerhin ein Anteil von 22,6 Prozent in dieser Altersgruppe. Und etwa fünf Millionen der unter 18-Jährigen – ein Anteil von 35 Prozent – lebten in einem Haushalt, der Schwierigkeiten hatte, unerwartete Ausgaben aus eigenen Mitteln zu bestreiten.

Zimmermann hatte die Daten aus Anlass des Internationalen Kindertags am 1. Juni angefordert. Sie nannte es „beschämend, dass so viele Kinder von finanziellen Problemen und Einschränkungen betroffen sind“. „Die Bundesregierung muss endlich ein Konzept gegen Kinderarmut vorlegen, verharrt aber in Untätigkeit“, sagte sie den Funke-Zeitungen.

Zimmermann verlangte, die Leistungen für Kinder zu erhöhen und eine eigenständige Kindergrundsicherung einzuführen. „Genau betrachtet geht es beim Thema Kinderarmut nicht unmittelbar um die Armut der Kinder, sondern um die Armut ihrer Eltern und deren Auswirkungen auf die Kinder.“ Es gebe zu wenig gute Arbeit, prekäre Beschäftigung müsse zurückgedrängt werden.

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