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08.04.2010

Europa League: Torgarant Petric schießt HSV ins Halbfinale

Lüttich – Torgarant Mladen Petric lässt den Hamburger SV nach den Chaostagen vom Finale im eigenen „Wohnzimmer“ träumen und hat dem höchst umstrittenen Trainer Bruno Labbadia vorerst den Job gerettet. Der kroatische Nationalspieler erzielte zwei Treffer zum 3:1 (2:1) im Viertelfinal-Rückspiel bei Standard Lüttich und schoss den HSV quasi im Alleingang ins Halbfinale der Europa League. Den Schlusspunkt setzte Paolo Guererro in der Nachspielzeit (90.+3). Bereits das Hinspiel hatte der HSV vor Wochenfrist mit 2:1 gewonnen.

Damit ist der sechsmalige deutsche Meister, der zum neunten Mal in der Vereinsgeschichte ein Europacup-Halbfinale erreichte, nur noch einen Schritt vom Endspiel in Hamburg am 12. Mai entfernt. Nächster Gegner des HSV, der nach dem Flaschenwurf von Paolo Guerrero und der anhaltenden Trainerdiskussion turbulente Tage hinter sich hat, ist am 22. und 29. April nun Wolfsburg-Bezwinger FC Fulham.

„Wir haben verdient gewonnen und freuen uns auf das Halbfinale. Wir haben den Kampf angenommen und auch schöne Tore geschossen“, sagte Hamburgs starker Torwart Frank Rost nach dem Match.

Der HSV-Erfolg im „Hexenkessel“ von Lüttich trug dabei den Namen Petric. Erst war der Kroate in der 19. Minute per Kopf zur Stelle, ehe er mit einem Treffer der Marke „Tor des Jahres“ die rund 3000 mitgereisten Hamburger Fans erneut jubeln ließ. Mit einem Fallrückzieher aus elf Metern ließ er Standard-Keeper Sinan Bolat keine Chance (35.). Für Petric waren es in der laufenden Saison die Europa-League-Treffer Nummer acht und neun. Zwischendurch hatte Lüttich-Kapitän Igor De Camargo zum Ausgleich getroffen (32.).

Damit dürfte der in der Kritik stehende HSV-Trainer Labbadia auch am Sonntag beim VfL Bochum auf der Bank Platz nehmen. Nach dem Absturz in der Bundesliga auf Platz sechs mit nur zwei Siegen aus den vergangenen elf Spielen hätte ein Ausscheiden des HSV wohl das Ende der zehnmonatigen Ära bedeutet. „Die Mannschaft hat einen tollen Job gemacht“, lobte Labbadia sein Team.

Überschattet wurde das Spiel in der ersten Halbzeit von Zwischenfällen hinter dem HSV-Tor, als Lüttich-Zuschauer das Spielfeld mit Gegenstände eindeckten. Ein Feuerzeug traf dabei den Torrichter aus Portugal am Kopf.

Vor 29.000 Zuschauern im Maurice-Dufrasne-Stadion blieb der erwartete Sturmlauf der Gastgeber aus. Lüttich offenbarte immer wieder große technische Mängel und war fast nur bei Standards gefährlich. Hatte Rost in der 29. Minute nach einem Freistoß noch einen Kopfball von Dieudonne Mbokani parieren können, war er drei Minuten später bei einer ähnlichen Szene gegen De Camargo machtlos. Zuvor hatte der 35-Jährige noch einen 20-m-Schuss von Mehdi Carcela-Gonzalez entschärft (10.).

Die reifere Spielanlage legten aber die Hamburger an den Tag. Der zweimalige Europacupsieger überbrückte schnell das Mittelfeld und sorgte somit immer wieder für Gefahr. So führte auch die erste große HSV-Chance zum Tor. Nach Flanke von Ze Roberto, die auch noch abgefälscht wurde, nickte Petric per Kopf zur Stelle (19.). Der Kroate war nach überstandener Adduktorenverletzung für den Schweden Marcus Berg zurück ins Team gerückt.

„Rüpel“ Guerrero, der nach seinem Flaschenwurf auf einen Fan vom DFB-Sportgericht für fünf Meisterschaftsspiele gesperrt und zu einer Geldstrafe in Höhe von 20.000 Euro verurteilt worden war, stand wieder im Kader, musste aber bis zur 67. Minute auf der Bank Platz nehmen. Auf dem Platz wurde er auch zunächst nicht gebraucht. Da hatte der HSV ja Petric, der stets brandgefährlich war und seine starke Leistung mit dem Traumtor in der 35. Minute krönte, ehe er für Guerrero unter dem Jubel der HSV-Fans den Platz verließ.

Auch im zweiten Durchgang blieb der HSV gefährlich. Dabei hatte Superstar Ruud van Nistelrooy die große Chance zum dritten Treffer (49.). Doch auch Lüttich gab sich nicht auf und hatte durch Axel Witsel (54.) und Mbokani (60.) gute Chancen. Guerrero nutzte dann Sekunden vor dem Abpfiff noch eine Unaufmerksamkeit in der Abwehr der Belgier zum Endstand.

Beim HSV verdienten sich neben Petric noch der überragende Rost und Jerome Boateng die Bestnoten. Aufseiten der Gastgeber gehörten De Camargo und Sebastien Pocognoli zu den Aktivposten.

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