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Euro-Krise belastet Quartalsergebnis

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02.02.2012

Deutsche Bank Euro-Krise belastet Quartalsergebnis

Aber Jahresgewinn fast verdoppelt – Klassisches Geschäft kompensiert Schwächen im Investmentbanking.

Frankfurt/Main – Der scheidende Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Josef Ackermann, hat am Donnerstag eine gemischte Bilanz seines letzten Jahres als Chef des größten deutschen Geldhauses vorgelegt. Zwar stand unter dem Strich ein satter Milliardengewinn, und auch im Schlussquartal verdiente die Bank Geld. Vor Steuern verbuchte sie allerdings überraschend einen hohen Verlust. Die im DAX notierte Deutsche-Bank-Aktie gab daraufhin fast drei Prozent nach.

Von Oktober bis Dezember 2011 fiel Ackermann zufolge vor Steuern ein Verlust von 351 Millionen Euro an. Im Vorjahr hatte die Bank ein Vorsteuerergebnis von 707 Millionen Euro ausgewiesen. Nur durch positive steuerliche Effekte kam das Institut noch auf einen Nettogewinn von 186 Millionen Euro. Im Schlussquartal 2010 waren es noch 605 Millionen Euro gewesen.

Im Gesamtjahr 2011 steigerte die Bank ihren Nettogewinn von 2,3 Milliarden im Vorjahr auf 4,3 Milliarden Euro. Das Vorsteuerergebnis stieg von knapp 4 Milliarden auf 5,4 Milliarden Euro. Die Zahlen lagen aber unter den Erwartungen von Analysten.

Für die Schwächen im Geschäft machte Ackermann die Belastungen durch die europäische Staatsschuldenkrise und zurückhaltende Investoren verantwortlich. Außerdem habe die Bank Geld für die Risiken aus Gerichtsverfahren zurücklegen müssen. Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft stieg zudem von rund 1,3 auf 1,8 Milliarden Euro.

Ackermann sprach mit Blick auf das Jahresergebnis von marktbedingten Schwächen im Investmentbanking, die vom klassischen Bankgeschäft kompensiert worden seien. Die in den vergangenen Jahren äußerst gewinnbringende Sparte Investmentbanking wird von Ackermanns designiertem Nachfolger Anshu Jain geführt.

Im klassischen Bankgeschäft erzielte das Unternehmen ein Rekordergebnis von 3,7 Milliarden Euro vor Steuern. “Die Deutsche Bank hat erneut bewiesen, dass sie auch unter schwierigen Bedingungen ansehnliche Ergebnisse erzielen kann”, sagte Ackermann.

Konzernweit lag die Eigenkapitalrendite den Angaben zufolge bei zehn Prozent. Die Deutsche Bank erfülle bereits jetzt die verschärften Anforderungen an Kapitalausstattung der Europäischen Bankaufsicht EBA, sagte Ackermann. Die sogenannte Kernkapitalquote liege bei 9,5 Prozent.

Um ihre Kapitalbasis zu verbessern, will die Bank einen Teil der Boni für die Mitarbeiter streichen. Das Budget dafür sei um rund ein Sechstel gekürzt worden, sagte Ackermann.

Vor Beginn der Pressekonferenz protestierte ein Dutzend Aktivisten des globalisierungskritischen Netzwerks Attac gegen die Geschäftspolitik der Deutschen Bank. Die Polizei löste die Protestaktion auf. Ackermann betrat das Gebäude über einen Hintereingang.

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