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Akropolis in Athen

© über dts Nachrichtenagentur

26.05.2015

ESM-Chef Zeit für Athen „wird knapp“

„Deshalb arbeiten wir Tag und Nacht an einer Einigung.“

Berlin – Der Chef des Rettungsschirms ESM, Klaus Regling, warnt vor einer Staatspleite Griechenlands: „Die Zeit wird knapp. Deshalb arbeiten wir Tag und Nacht an einer Einigung“, sagte Regling der „Bild“ (Dienstag). „Ohne Einigung mit den Geldgebern kriegt Griechenland kein neues Geld geliehen. Dann droht eine Staatspleite.“ Dies berge große Risiken, so Regling weiter.

„Auch eine nicht gezahlte Rate an den IWF wäre gefährlich. Das hätte Auswirkungen auf andere Gläubiger wie uns. Andererseits vergibt der Rettungsschirm nur Kredite, wenn Reformen umgesetzt werden. Das gilt auch jetzt, nur so kann die griechische Wirtschaft gesunden.“

Regling betonte, dass der Rettungsschirm durchaus in der Lage sei, Griechenland weitere Milliarden-Hilfen auzuzahlen, wenn sich Athen mit den Gläubigern auf eine verbindliche Reformliste einige: „Bei einer Einigung und Zustimmung aller Euro-Staaten könnte Griechenland von uns relativ schnell die letzte Kreditrate von 1,8 Milliarden Euro und weitere 1,8 Milliarden Euro an Zentralbankgewinnen bekommen. Ähnlich viel liegt beim IWF bereit. Zusammen sind das 7,2 Milliarden Euro. Um diese Gelder zu bekommen, muss Griechenland weitere Reformen umsetzen.“

Grundsätzlich stünden genug Mittel zur Verfügung, um die Märkte auch in Zukunft zu beruhigen, sagte Regling.

Ein drittes Hilfspaket schloss der ESM-Chef auf Nachfrage nicht aus: „Griechenland hat vom Rettungsschirm schon 130,9 Milliarden Euro geliehen bekommen. Jetzt geht es um den erfolgreichen Abschluss des laufenden Programms. Erst dann kann beurteilt werden, ob weitere Hilfen notwendig sind. Der ESM hat ausreichende Finanzierungsmöglichkeiten für alle Eventualitäten. Das ist wichtig zur Beruhigung der Märkte.“

Einem Ausstieg des Internationalen Währungsfonds (IWF) aus der Griechenland-Rettung steht Regling kritisch gegenüber: „Der IWF hat Jahrzehnte an wertvoller Erfahrung im Sanieren von Krisenstaaten in aller Welt durch Notdarlehen und Reformen. Deutschland und andere Euro-Staaten wollen deshalb, dass der IWF in Griechenland auf jeden Fall dabei bleibt.“

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