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Erstmals erzählen die Überlebenden

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23.02.2012

Olympia-Massaker 1972 Erstmals erzählen die Überlebenden

Überlebende kehren erstmals an die Stätte der Tragödie zurück.

München – Fast vier Jahrzehnte nach dem Attentat auf die israelische Delegation bei den Olympischen Sommerspielen in München sind sieben Überlebende erstmals gemeinsam an den Ort der Tragödie zurückgekehrt. „40 Jahre lang hat uns keiner gefragt. Es ist das erste Mal, dass wir unsere Geschichte in so einem Rahmen öffentlich erzählen“, sagte der damalige Sportschütze Zelig Shtorch am Donnerstag in München.

Der Pay-TV-Sender Biography Channel erzählt ihr Schicksal von damals und ihr Leben danach und hat sie deshalb zu Dreharbeiten nach München eingeladen. Der Dokumentarfilm „Der elfte Tag – Die Überlebenden von München 1972“ läuft am 7. Juli.

Elf Geiseln sterben

Gegen 4.35 Uhr des 5. Septembers 1972, am elften Tag der Spiele, waren acht bewaffnete Terroristen der Gruppe Schwarzer September in das nur unzureichende bewachte Athletendorf eingedrungen und hatten mehrere Israelis als Geisel genommen. Sie forderten die Freilassung von palästinensischen Gefangenen aus israelischer Haft und von zwei deutschen RAF-Mitgliedern, die in Stuttgart-Stammheim einsaßen – Andreas Baader und Ulrike Meinhof.

Die Tragödie zog sich über 21 Stunden und endete erst um 1.32 Uhr des Folgetages am Militärflughafen in Fürstenfeldbruck nach einer misslungenen Befreiungsaktion im Desaster: Elf Geiseln starben, dazu ein deutscher Polizist und fünf Terroristen. Die Olympischen Spiele wurden indes mit dem legendären Satz des damaligen IOC-Präsidenten Avery Brundage „The Games must go on!“ nach einer kurzen Unterbrechung fortgesetzt und gehen als „Massaker von München“ in die Geschichte ein.

Nach all den Jahren des Desinteresses an ihrem Schicksal sind die Überlebenden froh und erleichtert, endlich über das Geschehene öffentlich reden zu können. „Jeden Tag haben wir immer wieder und wieder das erlebt, was wir in diesen Stunden durchgemacht haben“, sagte der frühere Sportschütze Henry Hershkoviz

Es war ein schwierige Zeit für ihn und die übrigen sechs Mitglieder der Mannschaft, weil sie in ihrer Heimat nicht mit offenen Armen empfangen worden waren. Manch einer in Israel hatte gar ihre Kampfeslust vermisst und sich gewünscht, dass sie ebenfalls ums Leben gekommen wären. Es war eine bleierne, düstere Zeit für die Überlebenden.

„Ich hatte zwei Wochen lang Albträume und Angst ins Bett zu gehen“, sagte der frühere Ringer Gad Tsabary. Der heute 68-Jährige konnte sich nach zehn Minuten aus der Gefangenschaft befreien. „Aber der Tag lässt mich mein Leben lang nicht mehr los.“

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