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Erster Realitycheck für Dortmund und Hamburg

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21.01.2012

Hamburg Erster Realitycheck für Dortmund und Hamburg

Meister gastiert Sonntag beim HSV – Götze fällt aus – Fink will noch oben angreifen.

Hamburg – Wo und wie Spieler und Trainer von Borussia Dortmund am Freitagabend die 1:3-Pleite von Tabellenführer Bayern München bei ihren Namensvettern aus Mönchengladbach verfolgt haben, kann man nur vermuten. Über ihre Stimmungslage nach diesem Knallstart in die Bundesliga-Rückrunde kann es dagegen keine Zweifel geben: Euphorie und Angriffslust. Mit einem Sieg am Sonntag (15.30 Uhr) beim Hamburger SV würde der Meister nach Punkten mit dem Rekordmeister an der Tabellenspitze gleichziehen.

Die Personalsorgen der letzten Tage sind außerdem weitgehend verschwunden. “Wir werden eine richtig gute Truppe aufs Feld führen” kündigte Trainer Jürgen Klopp vor der Partie in Hamburg an. Nur nichts kleinreden – auch wenn mit dem an den Adduktoren verletzten Mario Götze der unumstrittene Star ausfällt. “Er wird behandelt und ein Aufbauprogramm absolvieren”, sagte Klopp. Gegen Hoffenheim nächste Woche soll “Super Mario” dann wieder Gas geben.

HSV seit neun Spielen ungeschlagen

Entwarnung gab es für die Borussia immerhin an der Torwartfront. Die Rückenprobleme von Stammkeeper Roman Weidenfeller klingen langsam ab und Ersatztorwart Mitch Langerak konnte nach einer Bauchmuskelzerrung wieder voll ins Training einsteigen. “Das sah richtig gut aus”, freute sich Klopp. Auch Felipe Santana (Sprunggelenk) und Lukasz Piszczek (Oberschenkel-Verhärtung) sollten bis Sonntag wieder fit werden.

Dass den Meister beim Tabellen-13. eine schwierige Aufgabe erwartet, ist natürlich auch Klopp klar. Der HSV unter Trainer Thorsten Fink hat nur noch wenig mit der Trümmertruppe zu tun, die am ersten Spieltag der Saison beim 1:3 in Dortmund völlig auseinandergenommen wurde. Seit neun Spieltagen ist das Team in der Bundesliga ungeschlagen, davon acht Spiele unter Fink. “Man könnte sagen, es ist langsam Zeit für die erste Niederlage”, meint Klopp.

Auch sein HSV-Kollege hat zur Attacke in der Rückrunde aufgerufen. Obwohl den bislang unabsteigbaren Traditionsklub zur Saisonhalbzeit nur drei Punkte vom Relegationsplatz trennten, aber sieben Punkte bis zur Europa League, will Fink oben angreifen. “Ein Erfolg gegen Dortmund kann uns einen Schub für die gesamte Rückrunde geben”, erklärte Fink, “das wollen wir mitnehmen und alles dafür tun.” So oder so ist die Partie am Sonntag ein Realitycheck für die hohen Ambitionen beider Klubs.

Hamburg ohne Töre und Ilicevic

Dabei haben auch die Gastgeber Personalsorgen. In Gökhan Töre (Meniskus) fällt der beste offensive Mittelfeldspieler der Hinrunde noch mindestens fünf Wochen aus, auch sein Vertreter Ivo Ilicevic muss gegen Dortmund mit einer Wadenverletzung passen. Stürmer Mladen Petric sitzt nach seiner überstandenen Wadenverletzung wohl nur auf der Bank.

Fink hat seit seinem Amtsantritt in Hamburg Ende Oktober System, Ordnung und Selbstvertrauen zurückgebracht. Der lange Jahre zerstrittene Spielerhaufen präsentierte sich zuletzt als Einheit mit Zielen. “Ich weiß nicht, ob wir am Sonntag gewinnen. Dass wir aber über kurz oder lang erfolgreich sein werden, steht außer Frage”, sagt HSV-Kapitän Heiko Westermann, “wir sind der HSV und keine Laufkundschaft. Wir sollten in der Tabelle nach oben schauen.”

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