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13.04.2010

Erneute Kritik aus der Pharmabranche an Röslers Sparplänen

Berlin – Das von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) geplante Arzneimittel-Sparpaket zum Eindämmung der Gesundheitskosten sorgt in der Pharmabranche erneut für Kritik. „Das ist ein großer Aderlass gemessen am Jahresumsatz von neun bis zehn Milliarden Euro, den die forschenden Pharma-Unternehmen jährlich hier erwirtschaften“, sagte der Vorsitzende des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller (VFA), Wolfgang Plischke, dem „Handelsblatt“ vom Dienstag. Er wandte sich damit gegen die Pläne Röslers, vor allem durch Einschnitte bei der Arzneimittelindustrie die Medikamentenausgaben der Kassen um rund 1,5 Milliarden Euro im Jahr zu senken.

Plischke warf dem Gesundheitsminister Planwirtschaft vor. Statt der versprochenen Deregulierung und Erneuerung in Richtung mehr Wettbewerb setze Rösler „auf die alten Rezepte planwirtschaftlicher Regulierung“. Konkret kritisierte er die bereits für August geplante Erhöhung des Herstellerrabatts an die Kassen von sechs auf 16 Prozent und den Preisstopp bis 2013. Ein Preismoratorium über vier Jahre sei „Dirigismus pur“, kritisierte der Verbandschef. Auf lange Sicht gefährde Rösler mit dieser Politik nicht nur eine der wenigen Wachstumsindustrien in Deutschland, sondern auch die Versorgung der Patienten mit neuen Medikamenten, sagte Plischke.

Rösler und die Fraktionen von Union und FDP hatten sich im März auf ein Konzept geeinigt, das unter anderem Preisverhandlungen zwischen Krankenkassen und Herstellern über neue Medikamente, die Anhebung des Herstellerabschlags und einen damit verbundenen Preisstopp vorsieht.

Die Deutsche BKK warnte, die Arzneimittelsparpläne könnten die Kassen teuer zu stehen kommen. Sie kritisierte vor allem die geplanten Änderungen bei den Rabattverträgen, die Kassen mit Herstellern für ein bestimmtes Medikament aushandeln können. Künftig sollen Patienten auch ein anderes Medikament als das rabattierte wählen können, möglicherweise gegen eine Kostenbeteiligung.

Dürften Patienten ihr Wunschmedikament in der Apotheke künftig selbst auswählen und sich die Kosten von der Krankenkasse erstatten lassen, könnten „Ausgaben in unabsehbarem Ausmaß auf die gesetzliche Krankenversicherung zukommen“, erklärte die Deutsche BKK dazu am Dienstag. Zudem würden die Rabattverträge geschwächt, da sie davon ausgehen, dass die Krankenkassen große Mengen eines bestimmten Rabattmedikaments abnehmen.

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