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Erneut Frühchen von gefährlichem Keim befallen

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24.02.2012

Klinikum Bremen Erneut Frühchen von gefährlichem Keim befallen

Hygiene-Experten suchen im Klinikum Bremen-Mitte nach Ursache – Aufnahmestopp verhängt.

Bremen – Mehr als sechs Monate nach dem ersten Fall auf der Frühgeborenen-Station im Klinikum Bremen-Mitte haben erneut entdeckte Keime zu sofortigen Konsequenzen der Gesundheitsbehörde geführt. Am Freitag sei ein Aufnahmestopp für die Abteilung in Absprache mit dem Klinikbetreiber Gesundheit Nord (GeNo) veranlasst worden, sagte eine Sprecherin von Gesundheitssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD).

Mit Hochdruck suchen Hygiene-Experten nach der Ursache der Keimbefunde. „Im Moment ist es völlig unklar, woher die resistenten Keime kommen“, sagte eine GeNo-Sprecherin. Ein Laborergebnis ergab unterdessen, dass auch ein drittes Frühchen mit ESBL-Klebsiellen besiedelt ist.

Das Gesundheitsressort forderte ein Team des Berliner Robert-Koch-Instituts an. Die fünf Experten sollten am Abend im Klinikum mit ihrer Arbeit beginnen. Zudem waren Experten vom Deutschen Beratungszentrums für Hygiene eingetroffen. Von Geräten und Materialien auf der Station wurden Proben genommen, um die Ursache des Keimbefalls zu klären, sagte die GeNo-Sprecherin. Ein Ergebnis stehe aus. Zudem ordnete die Gesundheitssenatorin Tests beim Personal an. Dazu sollten Abstriche vorgenommen werden.

Von Keim befallene Kinder wurden isoliert

Das dritte von dem Keim befallene Kind sei ebenso wie die beiden anderen betroffenen Babys bislang nicht erkrankt, sagte die GeNo-Sprecherin. Dem dritten Frühchen mit einem Gewicht von 600 Gramm gehe es allerdings gesundheitlich nicht gut, eine Infizierung sei deshalb noch möglich. Ob die auf den Säuglingen nachgewiesenen Keime miteinander identisch seien, müsse noch untersucht werden.

Offen ist auch, ob es sich um den gleichen Keimstamm handele wie der beim tödlichen Keimausbruch im vorigen Jahr. Mit einem Ergebnis der Analyse sei erst in zwei bis drei Wochen zu rechnen. Die drei Kinder wurden auf isolierte Zimmer gebracht, ergänzende Hygienemaßnahmen wurden eingeleitet. Bei den anderen sieben Frühchen auf der Abteilung wurden keine Keime nachgewiesen.

Mehrere Todesfälle auf der Frühgeborenen-Station in dem Klinikum hatten im November 2011 einen Hygieneskandal offenbart. Ein Untersuchungsausschuss befasst sich mit den Fällen. Die Klinikleitung geht von drei toten Frühchen aus, die Staatsanwaltschaft ermittelt in sechs Fällen. Mehrere Frühchen erkrankten.

Die Abteilung war nach einer zweimonatigen Schließung erst Anfang Januar nach umfangreichen Desinfektionen und Umbauten wiedereröffnet worden. Alle von Hygiene-Experten empfohlenen Maßnahmen wurden der Klinik zufolge umgesetzt. Dennoch wurden am Donnerstag bei einer Routineuntersuchung an zwei Frühchen antibiotikaresistente ESBL-Klebsiellen entdeckt. Diese Tests an allen Kindern einmal pro Woche seien neu eingeführt worden. „Wir sind froh, dass wir die Keimbefunde so früh haben“, sagte die GeNo-Sprecherin.

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