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Ermittler forschen in Aachen nach Brandursache

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19.01.2012

Notfälle Ermittler forschen in Aachen nach Brandursache

Ruf nach besserer Vorsorge wird lauter.

Aachen – Nach dem verheerenden Brand mit drei toten Kindern in Aachen hat am Donnerstag die Ursachenforschung begonnen. Nachdem die stark einsturzgefährdete Doppelhaushälfte abgestützt werden konnte, durchkämmten Sachverständige in akribischer Kleinstarbeit das Gebäude. Ob ein technischer Defekt oder menschliches Versagen das Feuer entfachte, war weiter unklar. Die jungen Eltern standen nach wie vor unter Schock und waren nicht vernehmungsfähig, wie eine Polizeisprecherin sagte.

Die 29-jährige Mutter und der 27-jährige Vater sollen erst befragt werden, wenn sich ihre Lage stabilisiert hat. Ihre zwei, vier und fünf Jahre alten Söhne waren am Mittwoch bei dem Brand ums Leben gekommen. Sie selbst konnten sich und das einjährige Baby noch aus dem Haus retten. Ein weiterer Sohn (8) und eine Tochter (9) waren zum Brandzeitpunkt in der Schule.

Derweil werden die Rufe nach einer landesweit verbindlichen Rauchmelderpflicht lauter. “Es ist nachgewiesen, dass Rauchmelder Menschenleben retten”, sagte der Geschäftsführer des nordrhein-westfälischen Feuerwehrverbandes, Christoph Schöneborn, am Donnerstag im dapd-Interview. In NRW sei momentan nicht einmal jeder vierte Haushalt mit dem Gerät ausgestattet. Mehrere Bundesländer hätten mittlerweile eine Rauchmelderpflicht erlassen. NRW hinke hinterher.

Nach den Worten von NRW-Bauminister Harry Voigtsberger (SPD) soll sich das jedoch bald ändern. In die überarbeitete Landesbauordnung, die im Herbst vorgelegt werden soll, wolle die Landesregierung eine Rauchmelderpflicht einfügen, erklärte der SPD-Politiker. Verantwortlich für Installation und Wartung sollen demnach die jeweiligen Bewohner sein.

Unterstützung erhält Voigtsberger vom Feuerwehrverband. Er will in Kürze mit einem Thesenpapier an alle Landtagsabgeordneten appellieren, eine Vorschrift in NRW einzuführen.

Innenminister Ralf Jäger mahnte, der Fall in Aachen habe gezeigt, dass es bei einem Wohnungsbrand auf jede Sekunde ankomme. “Wenn die Bewohner rechtzeitig gewarnt werden, können sie sich und andere retten”, erklärte der Minister. Zu einer gesetzlichen Regelung müsse daher die Überzeugung kommen, welchen unschätzbaren Nutzen Rauchmelder brächten.

Ähnlich äußerte sich Schöneborn. “Die meisten Brandtoten sterben nicht an den Verbrennungen, sondern an den Atemgiften”, sagte der Geschäftsführer des Feuerwehrverbandes. Durch einen Rauchmelder würden Betroffene frühzeitig geweckt. Die Überlebenschance sei eindeutig höher. Ob in dem Haus in Aachen ein Brandmelder installiert wurde, war am Donnerstag noch unklar.

Bundesweit sterben jährlich etwa 500 Menschen bei Bränden, rund 5.000 Menschen werden schwer verletzt.

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