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Erfolg schafft Identifikation

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08.03.2012

Markus Babbel Erfolg schafft Identifikation

Hoffenheims Trainer sieht Bayern München vor dem Duell „unter Druck“.

Zuzenhausen – Markus Babbel ist dieser Tage arg im Stress. Ein Interview jagt das nächste. Der Regionalzeitung steht er sogar während einer Autofahrt auf der Rückbank Rede und Antwort, der Pressesprecher fährt. Das Interesse ist groß: Fast genau einen Monat, nachdem er den Job als Cheftrainer bei Fußball-Bundesligist 1899 Hoffenheim übernommen hat, tritt er am kommenden Samstag (15.30 Uhr) beim FC Bayern München an. Dem Verein, in dem er groß wurde und dessen Bestandteil er fast 20 Jahre lang war. „Was das Sportliche anbetrifft, ist die Rückkehr nach Bayern immer sehr schmerzlich“, sagte der gebürtige Münchner im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dapd.

Fünf Pflichtspiele hat der Trainer Babbel gegen den Rekordmeister absolviert, eines davon im DFB-Pokal. Zwei Unentschieden sind dabei herausgekommen, der Rest ging verloren. „Auf der einen Seite freue ich mich natürlich, dass ich zurückkomme, auf der anderen Seite habe ich da als Trainer noch nie etwas gerissen“, sagt der 39-Jährige. Er geht nicht davon aus, dass es angesichts der Schwächephase der Bayern nun leichter ist, die von Jupp Heynckes trainierte Mannschaft zu schlagen. Unter Heynckes gab Babbel 1991 sein Bundesliga-Debüt.

„Auch Bayern macht den einen oder anderen Fehler“

Zuletzt unterlagen die Münchner beim FC Basel in der Champions League, am vergangenen Wochenende folgte ein 0:2 bei Bayer Leverkusen. „Sie stehen unter Druck. Aber bis jetzt habe ich immer einen auf den Deckel gekriegt. Ich kann mir kein Szenario ausmalen, wo ich sagen würde: Ich habe ein gutes Gefühl, da jetzt hinzufahren“, sagt Babbel. Dennoch glaubt der frühere Verteidiger an eine Chance seiner Mannschaft: „Man hat in den letzten Spielen gesehen, dass es wichtig ist, dem Druck Stand zu halten. Auch Bayern wird mal ungeduldig und macht den einen oder anderen Fehler.“

Drei Unentschieden und einen Sieg konnte Hoffenheim seit dem Trainerwechsel von Holger Stanislawski auf Babbel einfahren. „Es ist schon mal gut losgegangen. Jetzt ist wichtig, dass wir diesen Weg weitergehen und sich da keiner rausnimmt“, sagt Babbel. Sejad Salihovic, der schon beim Bundesligaaufstieg 2008 als Führungsspieler dabei war, musste unlängst erfahren, wie wichtig es Babbel ist, „dass alle an einem Strick ziehen“. Aufgrund einer nicht näher beschriebenen Disziplinlosigkeit strich Babbel den Bosnier aus dem Kader für das Spiel gegen Köln und lässt ihn erst nach dem Bayern-Spiel zurückkehren.

In Stuttgart gelernt, konsequenter zu sein

„Ich habe gelernt, konsequenter zu sein. Ich weiß, wie wichtig so ein Mannschaftsgefüge ist. Und wenn du da einmal nicht gerecht bist, dann wird es sehr schwierig, die Mannschaft erneut von dir zu überzeugen“, erklärt der 41-malige Nationalspieler. Eine Lehre, die er aus seiner ersten Trainerstation beim VfB Stuttgart gezogen hat. „Es sind damals Sachen vorgefallen, die ich härter hätte ahnden müssen. Diese Fehler kommen mir aber in meiner heutigen Arbeit zugute.“ Babbel wirkt sehr reflektiert und optimistisch. Eigenschaften, die Mäzen Dietmar Hopp bei Vorgänger Holger Stanislawski offensichtlich vermisst hatte.

Mit dem Software-Unternehmer kommt Babbel bestens aus: „Wir kommunizieren viel. Er hat mittlerweile auch schon genug Spiele gesehen, dass er Ahnung vom Fußball hat“, sagt Babbel und schmunzelt. Beide eint das Streben nach Erfolg. Diesen Erfolg sieht Babbel als Grundlage für den Aufbau einer Tradition bei dem immer wieder als Retortenklub verspotteten Verein, und auch für die Identifikation der Spieler mit dem Klub. „Dadurch bindet man sich noch mehr an den Verein – denn man will ja Teil von dem Erfolg sein. Das verbindet und schafft Identifikation.“

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