Nachrichten und Schlagzeilen aus aller Welt - Politik - newsburger.de

Baschar al-Assad

© UN Photo/Evan Schneider

09.07.2012

Todenhöfer über Assad-Interview „Er trägt die Verantwortung für Tod von Zivilisten“

„Die friedlichen Demonstranten von einst sind an den Rand gedrängt.“

Berlin – In einem Gastbeitrag für die „Bild-Zeitung“ (Montagausgabe) schildert der Publizist Jürgen Todenhöfer exklusiv die Umstände seines Interviews mit dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, das am Sonntag von der ARD ausgestrahlt wurde. Die syrische Regierung habe für das Interview „präzise Bedingungen“ gestellt, so Todenhöfer in seinem Gastbeitrag. „Kein ausländischer Kameramann durfte während des Interviews in den Aufnahmeraum.“

In seinem Gastbeitrag äußert sich Todenhöfer kritisch über Präsident Assad, aber auch über die syrische Opposition. „Aus den friedlichen Demonstrationen der ersten Monate ist längst ein Krieg staatlicher Sicherheitskräfte gegen schwer bewaffnete Rebellen geworden“, schreibt Todenhöfer in der „Bild-Zeitung“. „Die friedlichen Demonstranten von einst sind an den Rand gedrängt. Wer diesen Krieg mit dem Slogan beschreibt: `Ein Diktator tötet sein eigenes Volk`, hat nichts verstanden.“

An Assad habe er vieles zu kritisieren, so Todenhöfer. „Er trägt die Verantwortung, dass seine Sicherheitskräfte bei den ersten Protesten in Deraa in die Menge schossen und Zivilisten töteten. Er hat zu verantworten, dass seine Sicherheitskräfte Wohnviertel, in denen sich bewaffnete Rebellen hinter Zivilisten verschanzen, mit schweren Waffen angreifen. Dabei werden auch Zivilisten getötet.“

An die Opposition gerichtet schreibt Jürgen Todenhöfer in seinem Gastbeitrag: „Die radikalisierten Gruppen der Rebellen kritisiere ich, weil sie gezielt Zivilisten töten und diese anschließend als Opfer der Regierung ausgeben. Diese `Massaker-Marketing-Strategie` gehört zum Widerlichsten, was ich in kriegerischen Auseinandersetzungen jemals erlebt habe. Ich werfe den radikalen Gruppierungen der Rebellen vor, dass sie sich inzwischen mit Al-Qaida-Kämpfern verbündet haben.“

Auch seine Motivation, das Interview mit Assad zu führen, schildert Todenhöfer. Er habe erreichen wollen, so Todenhöfer in der „Bild-Zeitung“, „dass der Westen einen seiner Hauptfeinde etwas näher kennenlernt. Weil ich nach den Katastrophen in Afghanistan und im Irak noch immer hoffe, dass unsere Politiker einsehen, dass Verhandlungen besser sind als Kriege.“

Weitere interessante Artikel

Unterstützen durch teilen: Sie können unsere Arbeit ganz einfach unterstützen indem Sie diesen Artikel auf einer der folgenden Social Media Plattformen teilen. Jeder geteilte Artikel hilft uns. Dankeschön!
Google+

© dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

URL zum Artikel: newsburger.de/er-traegt-die-verantwortung-fuer-tod-von-zivilisten-55324.html

Weitere Nachrichten

Rainer Arnold  und Frank Walter Steimeier

© Dirk Baranek / CC BY 2.0

SPD-Verteidigungsexperte Rüstungsexport auch in unserem Interesse

Der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Rainer Arnold, verteidigt das deutlich gestiegene Volumen deutscher Rüstungsexporte. Im ...

Thomas Oppermann SPD 2015

© Olaf Kosinsky / CC BY-SA 3.0 DE

SPD Oppermann will Einigung über Rentenniveau noch vor der Wahl

Der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Bundestag, Thomas Oppermann, hat die Union und seine eigene Partei davor gewarnt, sich im Wahlkampf in einen "Wettlauf ...

Kreml Moskau Russland

© Минеева Ю. (Julmin) / CC BY-SA 1.0

Umfrage Jeder Dritte fürchtet Krieg mit Russland

In einer Umfrage ermittelte das Forsa-Institut für den stern, wie die Deutschen die Beziehungen zu Russland einschätzen. Mit der Annexion der Krim, dem ...

Weitere Schlagzeilen