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15.01.2011

Eon drohte die Zwangsabschaltung des AKW Grafenrheinfeld

Berlin – Ein Vorfall im Kernkraftwerk Grafenrheinfeld hat Ende vergangenen Jahres im zuständigen Bundesumweltministerium sowie unter Atomkraftexperten für heftige Diskussionen über die Sicherheit des von Eon betriebenen Atommeilers geführt. Bereits im Juni 2010 war Eon bei einer Routinekontrolle eine ungewöhnliche Anzeige aufgefallen, die auf einen möglichen Riss im Bereich eines Thermoschutzrohrs hindeutet. Das berichtet der „Spiegel“.

Der mögliche Riss liegt im Innenbereich des Reaktors im nuklearen Teil der Anlage an einer Leitung, die den Hauptkühlkreislauf mit dem Druckbehälter des Reaktors verbindet. Ein Bruch der Leitung würde zu „schwerem Kühlmittelaustritt“ und in der Folge einem in Deutschland so noch nie dagewesenen „Störfall der Stufe 3“ führen, so die Meinung von Experten in der Abteilung für Reaktorsicherheit des Bundesumweltministeriums.

Eon und die zuständige bayerische Atomaufsicht hatten den Vorfall zunächst als nicht meldepflichtig eingestuft und ihn erst sechs Monate später kurz vor Weihnachten bekannt gegeben. Auch das zuständige Referat des Bundesumweltministeriums hatte erst Monate später von dem Vorgang erfahren und daraufhin eine umgehende Abschaltung des Reaktors gefordert. Eon betont, dass von einem möglichen Riss mit einer Größe von 2,7 Millimeter in dem Rohr keine Gefahr ausgehe, selbst wenn er tatsächlich vorhanden wäre. Das hätten alle Berechnungen, Simulationen und Begutachtungen gezeigt.

Auch die Reaktorsicherheitskommission, die vom Bundesumweltministerium eingeschaltet wurde, diskutierte den Vorfall in Grafenrheinfeld kurz vor Weihnachten ausgiebig. Eon hatte zu diesem Zeitpunkt aber bereits beschlossen, das betroffene Teil freiwillig im März auszutauschen. Dies, heißt es im Konzern, geschehe rein vorsorglich und vor dem Hintergrund, die genaue Ursache für die Anzeige festzustellen und Schlüsse auch für andere Reaktoren daraus zu ziehen.

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