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Entzauberter „König Otto und 2 Trainer unter Druck

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26.02.2012

1. Bundesliga Entzauberter „König Otto“ und 2 Trainer unter Druck

Bundesliga-Comeback von Rehhagel bei Hertha BSC verpufft wirkungslos.

Düsseldorf – Die Berliner Hire-and-Fire-Politik brachte auch mit „Retter“ Otto Rehhagel nicht die erhoffte Trendwende, bei den kriselnden Traditionsklubs 1. FC Kaiserslautern und der 1. FC Köln ist dagegen trotz der bedrohlichen Lage ein Trainerwechsel (noch) kein Thema.

Elf Spieltage vor dem Saisonende spitzt sich der Abstiegskampf zu, nur im Schneckentempo geht es für die Klubs im Tabellenkeller voran – doch der große Verlierer am 23. Spieltag hieß Rehhagel.

Gekommen, um Hertha BSC vor dem erneuten Sturz in die Zweitklassigkeit zu bewahren, erlebte „König Otto“ bei seinem Bundesliga-Comeback nach 4.165 Tagen eine Leistung, die einer Majestätsbeleidigung gleich kam. Mit dem 0:3 (0:0) beim FC Augsburg und der siebten Pflichtspiel-Niederlage rutschten die Berliner auf den 16. Tabellenplatz ab.

„Jetzt müssen die Alarmglocken klingeln. Die Jungs müssen endlich aufwachen. Es geht knallhart gegen den Abstieg“, mahnte Rehhagel. Hoffnungslos sei die Lage aber keineswegs. „Noch ist alles drin, ich bin Optimist“, sagte der 73-Jährige und reagierte auf die desolate Vorstellung äußerlich gefasst: „Ich weiß ja, worauf ich mich eingelassen habe.“

Dass der dritte Trainerwechsel in der Hauptstadt aber derart wirkungslos verpufft, hatten sich die Berliner Verantwortlichen aber nicht vorgestellt. „Selbst wenn drei Otto Rehhagels und ein Mourinho auf der Bank sitzen würden, es spielt immer noch die Mannschaft. Wenn wir so weiterspielen, kann uns keiner helfen“, sagte Kapitän Andre Mijatovic.

Gut möglich, dass die Berliner Entwicklung ein Fingerzeig für die Konkurrenz aus Kaiserslautern und Köln ist, dass ein Trainerwechsel nicht das Allheilmittel ist. „Wir werden über den Trainer nicht nachdenken“, sagte Kaiserslauterns Vorstandsvorsitzender Stefan Kuntz. Eine endlose Jobgarantie gibt es aber nicht. „Es ist und bleibt ein Ergebnissport. Daran müssen wir uns messen lassen und unsere Entscheidungen entsprechend treffen“, ergänzte der Europameister von 1996.

Seit 13 Spielen warten die Pfälzer nun schon auf einen Sieg. Mit 18 Zählern stehen nur noch die punktgleichen Freiburger schlechter da. Der Frust der Fans entlud sich nach dem 0:4 (0:3) im Derby beim FSV Mainz 05 in erster Linie an den Spielern. „Wir haben die Schnauze voll“, schallte es aus dem FCK-Block. Kurz hatte Verständnis für den Unmut des Anhangs. „Wenn man keine Leistung bringt, darf man sich auch mal beschimpfen lassen“, sagte Kurz.

Gar so dramatisch ist die Lage in Köln noch nicht, wenngleich nach dem 0:2 (0:1) gegen den rheinischen Rivalen Bayer Leverkusen der Vorsprung zu den Abstiegsplätzen auf vier Zähler geschrumpft ist. Nach der sechsten Niederlage aus den vergangenen sieben Spielen ist sich Solbakken aber um den Ernst der Lage bewusst. „Wenn Herr Horstmann anruft und sagt, ich kann zurück nach Skandinavien gehen, dann gehe ich. Aber das ist nicht meine Entscheidung“, sagte der Norweger.

Solbakken ist fest davon überzeugt, dass ihm die Wende gelingt. „Ich denke, dass ich noch die Unterstützung habe. Das ist auch ein Test für den Verein: Kann man in dieser schwierigen Phase zusammenstehen, kann man die Spieler schützen?“, ergänzte der Trainer. Doch mit jeder Niederlage steigt die Wahrscheinlichkeit, dass FC-Geschäftsführer Claus Horstmann und Sportdirektor Volker Finke tatsächlich den Trainer kontaktieren und den Daumen senken.

Noch ist das aber nicht der Fall. „Wir werden Trainer und Mannschaft den Rücken freihalten“, versprach Volker Finke. Auch Lukas Podolski ergriff Partei für Solbakken: „Es kann in Köln nicht immer am Trainer liegen. Alle paar Monate den Trainer zu wechseln, darf nicht das Ziel sein.“

Das ist auch nicht das Ziel in Augsburg. Der Abstiegskandidat Nummer eins wehrt sich nach Kräften gegen den Abstieg und war mit dem Sieg gegen Berlin der große Gewinner des Spieltages. Erstmals seit dem dritten Spieltag steht die Mannschaft von Trainer Jos Luhukay wieder auf einem Nichtabstiegsplatz. Ähnliches hat auch Freiburg im Sinn, doch nach dem 1:4 (1:2) beim VfB Stuttgart ist dies noch ein weiter Weg für die Breisgauer.

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