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Photovoltaikanlage

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18.07.2012

Umweltexperten warnen Koalition Energiewende nicht in Frage stellen

Energieeffizienz in den Mittelpunkt stellen.

Berlin – Führende Umweltexperten haben die Bundesregierung davor gewarnt, von der geplanten Energiewende abzurücken. Der Umbau der Stromversorgung hin zu regenerativen Energien sei machbar, sagte der frühere Umweltminister Klaus Töpfer (CDU) der „Süddeutschen Zeitung“. Ähnlich äußerten sich auch der Chef des Umweltbundesamts, Jochen Flasbarth, und der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Hans Joachim Schellnhuber.

Nach Umweltminister Peter Altmaier (CDU) hatte am Dienstag auch Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) den Zeitplan für die Energiewende in Frage gestellt.

Töpfer, der die Energiewende als Vorsitzender der nach dem Atomunglück von Fukushima eingesetzten Ethikkommission mit auf den Weg gebracht hatte, sagte, es sei „unumstritten, dass große Aufgaben zu bewältigen sind, aber die Entscheidung für die Energiewende ist im Deutschen Bundestag mit großer Mehrheit gefallen“. Jetzt müsse die Politik die Probleme nicht nur beschreiben, sondern lösen, alles andere wäre ein Verzicht auf Gestaltung. So sei es beispielsweise „sehr unerfreulich“, dass die steuerliche Förderung der Gebäudesanierung bislang versandet sei. „Wenn das aus Sicht von Kommunen und Ländern nicht geht, dann muss man eben eine andere Lösung finden“, sagt der Ex-Minister.

Ähnlich äußerte sich Flasbarth, der zugleich dafür plädierte, die Energieeffizienz in den Mittelpunkt zu stellen – etwa über strengere Standards für Elektrogeräte in Europa. „Beim Energieeinsparen sind wir noch nicht gut genug“, sagte er der Zeitung. Bis 2020 seien es aber noch einige Jahre; auch das Zehn-Prozent-Stromsparziel könne man noch erreichen. Flasbarth wehrte sich außerdem dagegen, die Energiewende als Kostenproblem darzustellen: „Ich hatte gehofft, dass diese einseitige Kostenbetrachtung von vorgestern überwunden sei.“ Wenn man die Umweltkosten mit einberechne, seien Atom- und Kohlestrom viel zu teuer. Zwar müssten etwaige soziale Ungleichgewichte ausgeglichen werden. „Aber die Entscheidung, dass 2022 das letzte Atomkraftwerk vom Netz geht, ist meiner Ansicht nach unveränderbar von der Politik getroffen.“

Auch Schellnhuber sagte, die Energiewende sei grundsätzlich machbar. „Aber es braucht viel politischen Willen.“ Auch der Klimaforscher räumte ein, dass Deutschland bei der Energieeffizienz noch nicht weit genug sei. „Da muss jetzt ausgelotet werden, was im Rahmen der jetzigen Koalition machbar ist“, sagte Schellnhuber.

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