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Syrische Sicherheitskräfte

© dts Nachrichtenagentur

11.08.2012

BND-Chef Schindler „Endphase“ von Assads Regime hat begonnen

Assads Armee habe rund 50.000 ihrer einst 320.000 Soldaten verloren.

Berlin – Für den Präsidenten des Bundesnachrichtendienstes (BND), Gerhard Schindler, sind die Tage des syrischen Diktators Bashar al-Assad gezählt. „Es gibt viele Anhaltspunkte dafür, dass die Endphase des Regimes begonnen hat“, sagte Schindler der Tageszeitung „Die Welt“ (Samstagsausgabe). Assads Armee habe rund 50.000 ihrer einst 320.000 Soldaten verloren. „Darunter sind viele Verwundete, Deserteure und 2000 bis 3000 Überläufer zur militanten Opposition. Die Erosion des Militärs hält an“, sagte Schindler.

Nach Erkenntnissen des BND gebe es rund 20.000 Widerstandskämpfer. „Die Widerstandsgruppen sind klein, regional verankert und äußerst wendig. Sie können rasch zuschlagen und Hinterhalte bilden. Wegen ihrer geringen Größe sind sie für Assads Armee kein gutes Ziel“, sagte Schindler. Es gebe kein Hauptquartier, das man mal eben mit zwei Brigaden umstellen könne, um den Gegner auszuschalten. „Den regulären Streitkräften steht eine Vielzahl flexibel agierender Kämpfer gegenüber. Ihr Erfolgsrezept ist eine Art Guerillataktik. Das zermürbt die Armee zunehmend“, sagte Schindler.

Nach der BND-Analyse werde der Widerstand keineswegs von Islamisten dominiert. „Sie sind in der Minderheit. Allerdings gibt es radikale Gruppierungen wie die Al-Nusrah-Front, die von sich behauptet, für rund 130 Anschläge in Syrien verantwortlich zu sein“, sagte Schindler. Al Nusrah rekrutiere sich aus syrischen Sunniten, von denen sich einige zeitweise ins Ausland zurückgezogen hätten, etwa in den Irak. „Von dort strömen sie nun wieder zurück.

Al Nusrah stellt sich als extremistische sunnitische Terrororganisation dar“, sagte Schindler. Vermutlich wolle sie ihren Ruf als syrische Widerstandsgruppe nicht durch eine Bezugnahme auf al-Qaida gefährden. „Hinsichtlich der Methodik, des Vorgehens und der Struktur spricht dennoch viel dafür, dass es zwischen al Nusrah und al-Qaida Verbindungen gibt“, sagte Schindler der Zeitung.

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