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„En garde für den Weltcup der Rollstuhlfechter in Malchow

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27.01.2012

Rollstuhlfechten „En garde“ für den Weltcup der Rollstuhlfechter in Malchow

Nachwuchstalent Steffen Nordmann rechnet sich Chancen auf Paralympic-Ticket aus.

Malchow – Die mecklenburgische Kleinstadt Malchow ist in den kommenden Tagen erfüllt von Säbelrasseln und internationalem Sprachengewirr. Zum dritten Mal trifft sich die Rollstuhl-Fechtelite der Welt, um wichtige Punkte für eine Qualifikation zu den Paralympics zu sammeln. Auf ein Ticket für die Olympiade der Behindertensportler in London hofft auch der Mecklenburger Steffen Nordmann, 28 Jahre altes Nachwuchstalent der Deutschen Fechtmannschaft. “Ich bin gut drauf. Mein Ziel hier ist Platz acht”, sagt er.

Der schlaksige junge Mann mit dem Bürstenschnitt und einem strahlenden Lächeln auf dem Gesicht ist als Teilnehmer wie auch als Ausrichter des Weltcups dabei: Er gehört zum Organisationsstab des Behinderten- und Rehasportverbandes Mecklenburg-Vorpommern, der zum Wettkampf eingeladen hat. “150 Athleten aus aller Welt hier in der Nähe von meiner Heimatstadt Güstrow begrüßen zu können, ist einfach großartig”, sagt Nordmann.

Erst vor zwei Jahren hat Nordmann mit dem Rollstuhlfechten begonnen. Sport habe er eigentlich schon aber immer gemacht, obwohl er seit Geburt behindert ist: Er hat spastische Diplegie, eine verkürzte Achillessehne und einen Spitzfuß. Nach Fußball kam Rollstuhlbasketball, bis ihn das Fechten faszinierte.

Am liebsten hat er den Säbel. “Das ist einfach von der Kampfart aggressiver, spektakulärer”, erklärt er. Allerdings müssen Rollstuhlfechter auch mit einer zweiten Waffe kämpfen können. Nordmann hat dafür den Degen gewählt. “Das ist mehr so taktisches Fechten, da geht man nicht so auf den Gegner drauf los wie beim Säbel”, beschreibt er einen Unterschied.

Die Konkurrenz beim diesjährigen Weltcup in Malchow ist groß, mehr Rollstuhlfechter denn je haben sich für die bis Sonntag stattfindenden Kämpfe angemeldet. 29 Nationen sind in Malchow zu Gast. Chilenen, Iraker und Bulgaren sind das erste Mal in der Inselstadt mit knapp 6.000 Einwohnern. Frankreich ist mit rund 25 Teilnehmern angereist, Russland schickt fast 30 Aktive und voraussichtlich zwölf Amerikaner sind dabei. Aber auch aus der Ukraine, Griechenland, Polen, Brasilien, Indien, Malaysia, Indien, Libanon und China kommen die Sportler.

Die Deutschen haben traditionell bei den Frauen starke Kämpfer. Nummer eins ist Simone Briese-Baetke, die diesmal in der Clara-Zetkin-Turnhalle jedoch nur Zuschauerin sein wird. Nach einem Unfall hat sie ihre Teilnahme abgesagt, die Fahrkarte für London jedoch trotzdem so gut wie in der Tasche. Laut Fechter-Bund liegen nun die Hoffnungen auf Zarife Imeri aus Mecklenburg-Vorpommern.

Auch Steffen Nordmann geht siegesgewiss an den Start. “So eine Fahrkarte nach London wäre schon toll”, sagt er. Dafür hat er in den vergangenen Monaten fünf Tage die Woche trainiert. Wenn es nicht klappen sollte, wäre das nicht so tragisch, sagt Nordmann. “Spätestens für Rio 2016 steht meine Teilnahme an den Paralympics schon fest”, sagt er lächelnd.

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