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Emanzipation à la Mittelalter

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25.02.2012

"Die Rache der Wanderhure" Emanzipation à la Mittelalter

In dem Sat.1-Event-Movie „Die Rache der Wanderhure“ greift Alexandra Neldel diesmal zum Schwert.

Berlin – Das Fernsehabenteuer geht weiter: „Die Rache der Wanderhure“ begleitet am Dienstag (28. Februar) um 20.15 Uhr in Sat.1 die vormals entrechtete Marie Schärer erneut durchs Mittelalter. Sat.1 gelang im Oktober 2010 mit „Die Wanderhure“ im Oktober 2010 ein sensationeller Quotenerfolg. Beinahe zehn Millionen TV-Zuschauer verfolgten damals, wie die von Alexandra Neldel gespielte Titelfigur in die Prostitution fliehen musste, um zu überleben. Das mittelalterliche Intrigenspiel nach dem gleichnamigen Bestseller des Autorenpaares Iny Lorentz avancierte zum erfolgreichsten deutschen Fernsehfilm des Jahres. Basierend auf der Romanfortsetzung „Die Kastellanin“ wird die Geschichte nun weitergesponnen. Götz Otto, Esther Schweins und Bert Tischendorf sind in den weiteren Rollen zu sehen.

Marie ist inzwischen mit ihrem Michel verheiratet und Mutter einer fünfjährigen Tochter. Doch das junge Familienglück findet ein jähes Ende. Michel stirbt auf dem Schlachtfeld, und Marie soll umgehend neu verheiratet werden. Die Witwe will sich diesem Schicksal jedoch nicht ergeben, zumal sie fest davon überzeugt ist, dass Michel noch lebt. Von König Sigismund persönlich werden ihr zehn Tage Aufschub gewährt, an denen sie ihren geliebten Gatten suchen darf. Und Marie hat mit ihrer Vermutung recht. Michel wurde in Wahrheit in einen Hinterhalt gelockt und bloß schwer verwundet. Seither lebt er als Mann ohne Erinnerung im Niemandsland zwischen den Fronten. Maries Suche verspricht somit, einen erfolgreichen Verlauf zu nehmen. Doch die unerschrockene Frau muss sich sputen, denn ein alter, erbitterter Feind ist ihr dicht auf den Fersen.

Die Wanderhure zieht in den Krieg

„Die Rache der Wanderhure“ spielt vor einem kriegerischen Hintergrund. Während der erste Teil zum krönenden Abschluss den Kostanzer Hurenaufstand (um 1418) thematisierte, geht es diesmal um die sogenannten Hussitenkriege (ca. 1419 – 1434). Auch die Tannenbergbüchse, Deutschlands älteste bekannte Handfeuerwaffe, kommt in dem Streifen vor. Durch ihren Einsatz wird Michel gleich zu Beginn das Gedächtnis geraubt.

Doch die historischen Fakten sind erneut bloß nebensächliches Geplänkel. Im Mittelpunkt steht ein weiteres Mal die von Alexandra Neldel hinreißend verkörperte Marie, die sich in einer rauen Männerwelt mit allen Mitteln selbstbewusst behauptet. Das ist Emanzipation à la Mittelalter.

Ihren Körper muss Marie hierbei glücklicherweise nicht mehr hingeben. Stattdessen greift sie zum Schwert. Der Zuschauer erlebt, wie sie kämpft, wie sie liebt, wie sie leidet. Und wenn es sein muss, gibt es von Zeit zu Zeit ein bisschen nackte Haut zu sehen. Ein zarter Rücken hier, eine elegante Schulter dort – und mittendrin auch ein paar neue barbusige Freudenmädchen.

Clever inszeniertes Unterhaltungsfernsehen

Mit dieser Mischung aus Intrigen, Spannung und Sex-Appeal hatte „Die Wanderhure“ Erfolg – und es spricht nichts dagegen, dass „Die Rache der Wanderhure“ diesen Erfolg wiederholt. Zumal der authentische Kriegshintergrund von einer märchenhaften Stimmung überlagert wird. Wie Rotkäppchen streift Marie zwischenzeitlich als Nonne verkleidet durch den Wald. Bei ihrer Suche begegnen ihr zudem Zwerge, Gaukler und Wunderheiler. Das ist clever inszeniertes Unterhaltungsfernsehen, bei dem sich Frauen mit der tapferen Titelheldin identifizieren und Männer an der attraktiven Neldel ergötzen können.

Ob „Die Rache der Wanderhure“ den Quotenerfolg des Vorgängers tatsächlich erreicht, steht frühestens am Mittwochmorgen fest. Davon losgelöst hat Sat.1 inzwischen angekündigt, die Filmreihe weiter fortzuführen. Ein dritter Teil wird ab April gedreht. Über eine vierte Episode wird bereits verhandelt. Buchvorlagen gibt es sogar fünf. Das sind glänzende Aussichten für alle Mittelalter-, Wanderhuren- und Neldel-Fans.

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