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Eisschnelllauf-Weltcup Pechstein denkt nach Infekt nicht an Podest

Eisschnelllauf-Weltcup in Hamar: Olympia-Zweite Stephanie Beckert nach Wettkampfpause wieder zurück.

Hamar/Leipzig – Husten und viel Wirbel um eine mögliche Doping-Affäre haben die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein in der vergangenen Woche belastet. Mit gedämpften Erwartungen reiste die Berlinerin daher zum Weltcup ins norwegische Hamar. “Ich habe mir vergangene Woche einen Infekt eingefangen und deshalb auch auf die Testrennen in Erfurt verzichtet. Wenn ich in Hamar beide Strecken laufen sollte, dann in erster Linie als Vorbereitung auf die Mehrkampf-WM in Moskau”, sagte Pechstein. In Norwegen stehen für die Langstreckler die 1.500 Meter sowie die 3.000 Meter (Männer 5.000 Meter) und die Teamrennen auf dem Programm.

Die 39-Jährige, die in den vergangenen Tagen vor allem aufgrund einer möglichen Verwicklung in die vermeintliche Erfurter Blutdopingaffäre in den Schlagzeilen auftauchte, rechnet in Norwegen nicht mit Topplatzierungen. “Ich stand in dieser Saison bei jedem Langstreckenrennen auf dem Treppchen. Nach dem Trainingsausfall der vergangenen Tage wäre es vermessen, das auch in Hamar von mir zu erwarten”, so die Berlinerin. Pechstein rangiert in ihrer Comeback-Saison nach zweijähriger Sperre in der 3.000-Meter-Weltcupwertung auf Platz zwei hinter der dominierenden Tschechin Martina Sablikova. Im Gesamtweltcup ist Pechstein bei noch drei ausstehenden Weltcups Vierte.

“Es ist gut, dass es endlich wieder um den Sport geht. Ich liebe das Eisschnelllaufen und habe in meiner Karriere nie etwas Verbotenes getan. Jeder, der etwas anderes behauptet, ist ein Lügner und Denunziant”, sagte Pechstein vor der Abreise ins ebenfalls derzeit eisige Hamar. “Wir hatten in den vergangenen zwei Monaten mit der Freiluft-EM nur einen Wettkampf und der war mehr oder weniger eine Windlotterie. Da ist es schwer zu sagen, wie man drauf ist, wenn man nur trainiert hat und keine Wettkämpfe laufen konnte.”

Nach mehrwöchiger Wettkampfpause meldet sich auch die Olympia-Zweite Stephanie Beckert zurück. Die Erfurter Langstrecken-Spezialistin, die aufgrund eines chronischen Rückenleidens in dieser Saison kürzertritt, hat die Zeit genutzt, um Trainingsrückstand aus dem Sommer aufzuholen. “Das ist in einer laufenden Saison zwar immer schwer, aber wir haben umfangreicher trainiert und hoffen, dass wir an Stephanies Leistungen aus den ersten Weltcup-Rennen anknüpfen oder sie sogar toppen können”, sagte Trainer Stephan Gneupel. Beckert landete bei bislang drei Weltcup-Starts über 3.000 Meter auf den Plätzen acht, elf und drei. Die Mehrkampf-EM Ende 2011 hatte sie ausgelassen und wird auch bei der Mehrkampf-WM kommende Woche nicht starten, um sich auf die Einzelstrecken-WM im März zu fokussieren.

Bei den Männern ruhen die deutschen Hoffnungen vor allem auf dem Inzeller Moritz Geisreiter, der zu Saisonbeginn mit starken Ergebnissen auf sich aufmerksam machte, bei der Mehrkampf-EM aber mit den Freiluft-Bedingungen nicht zurecht kam. Er rangiert in der 5.000-Meter-Wertung auf einem guten sechsten Platz.

09.02.2012 © dapd / newsburger.de

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