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Hohe Vergütungen entfachen neuen Streit

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24.02.2013

Managergehälter Hohe Vergütungen entfachen neuen Streit

CDU und SPD bringen gesetzliche Regelungen ins Spiel.

Düsseldorf/Frankfurt – Die deutschen Wirtschaftskapitäne geraten angesichts hoher Einkünfte erneut unter Druck: Führende Vertreter von CDU und SPD im Bundestag erwägen gesetzliche Deckelungen bei Spitzenverdienern. „Es kann nicht sein, dass Gehälter und Boni einiger Spitzenverdiener in keinem Verhältnis mehr zum Rest der Belegschaft stehen“, sagte der stellvertretende Unionsfraktionsvorsitzende Michael Fuchs (CDU) der „Wirtschaftswoche“.

Die Bezüge der Vorstände in den größten deutschen Unternehmen waren einer Studie zufolge im Geschäftsjahr 2011 um 6,8 Prozent gestiegen – und damit etwas langsamer als im Vorjahr. Damals hatten sie um elf Prozent zugelegt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Erhebung der Managementberatung Kienbaum, aus der die „Wirtschaftswoche“ zitiert.

Die Berater hatten dafür die Bezüge von 4.494 Vorständen der größten Aktiengesellschaften und GmbHs mit über 250 Millionen Euro Umsatz oder mehr als 1.000 Mitarbeitern analysiert. Demnach zahlten knapp zwei Drittel der Unternehmen ihren Topmanagern mehr, 38 Prozent kürzten dagegen die Zuwendungen.

Es könne nicht sein, dass „die Deutsche Bank weit mehr Geld für Boni ausschüttet als an Dividende“, sagte Fuchs weiter. Es müsse daher gegebenenfalls eine gesetzliche Regelung gefunden werden, die die Bonizahlungen unter der Dividendenausschüttung deckle.

Die Opposition forderte ebenfalls ein Umdenken. „Die Toleranz gegenüber astronomischen Managergehältern ist extrem gesunken“, sagte SPD-Fraktionsvize Joachim Poß dem Magazin. „Wenn ein CEO das 250-fache eines normalen Angestellten verdient, ist das nicht mehr vermittelbar. Wir brauchen eine gesetzliche Eindämmung für die gesamte Wirtschaft, nicht nur für die Finanzindustrie.“

Auch nach Ansicht der Regierungskommission Corporate Governance Kodex sind Spitzengehälter von mehr als zehn Millionen Euro im Jahr eine Gefahr für das Ansehen der Wirtschaft. „Wir müssen aufpassen, dass wir die Akzeptanz der Wirtschaft nicht weiter schwächen“, sagte der Kommissionsvorsitzende Klaus-Peter Müller dem „Tagesspiegel“ am Wochenende. Es müsse aber das Recht der Eigentümer eines Unternehmens und deren Vertreter sein und bleiben, über die Vergütung des Vorstands zu bestimmen.

Volkswagen-Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch verwies in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ darauf, dass die Manager des Konzerns in diesem Jahr durch neue Vergütungsregeln ohnehin auf Millionensummen verzichteten. So erhalte er selbst für 2012 über eine Million Euro weniger an Gehalt, VW-Chef Martin Winterkorn bekomme nur 14,5 statt 20 Millionen Euro.

Die Vergütung sei eine „Frage der Leistung, aber auch der Akzeptanz in der Bevölkerung“, betonte Pötsch. Ein Großkonzern wie VW, der jedes vierte Auto in Europa verkaufe, sei auf die Sympathie der Menschen für das Führungspersonal angewiesen.

Zugleich verwies Pötsch aber darauf, dass VW dem Fiskus durch seinen Erfolg Milliarden in die Kassen spüle. „Wir zahlen dort Steuern, wo wir wertschöpfend tätig sind – das Gros in Deutschland“, sagte er. Schon im vorigen Jahr, mit noch leicht niedrigerem Profit, habe der Konzern fünf Milliarden Euro Ertragssteuern gezahlt – „in echtem Geld“, wie der Manager betonte, „allein in Deutschland mehr als drei Milliarden Euro“.

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