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„Eine Schande für Liverpool

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12.02.2012

Luis Suarez „Eine Schande für Liverpool“

Stürmer Luis Suarez sorgt für Eklat bei Partie in Manchester.

Manchester/Berlin – Erstmals stand Luis Suarez nach seiner Sperre wegen rassistischer Beleidigung wieder in der Startformation des FC Liverpool. Doch schon vor dem Anpfiff der Partie bei Manchester United am Samstag sorgte der 25 Jahre alte Angreifer aus Uruguay für den nächsten Eklat: Er verweigerte ManUniteds Kapitän Patrice Evra den Handschlag – jenem Evra, den er am 15. Oktober vergangenen Jahres beim Spiel an der Anfield Road mehrmals als “Neger” beschimpft haben soll, weswegen ihn der englische Fußballverband für acht Spiel sperrte.

“Ich kann es nicht glauben”, empörte sich ManUnited-Coach Alex Ferguson nach der Partie und fügte hinzu: “Er ist eine Schande für den FC Liverpool. Er sollte nicht mehr für Liverpool spielen dürfen.”

Was war passiert? Als sich die Spieler der beiden Traditionsvereine am Samstagnachmittag vor dem Anpfiff zum Händeschütteln gegenüber stehen, zieht Suarez demonstrativ seine Hand vor Evra zurück, reicht diese dann dessen Nebenmann, Keeper David De Gea. Der erzürnte Evra versucht, Suarez’ Arm wegzudrücken, doch der Uruguayer hält dagegen. Wütend reißt der Franzose den linken Arm in die Luft, seine Mannschaftskameraden Rio Ferdinand und Danny Welbeck, beide dunkelhäutig wie Evra, reagieren in Sekundenbruchteilen und verweigern Suarez den Handschlag.

“Als ich gesehen habe, was passiert ist, habe ich beschlossen, seine Hand nicht zu schütteln. Ich habe jeglichen Respekt vor diesem Typen verloren”, sagte Ferdinand später. “Die Sache hätte zwischen den beiden Spielern ausgeräumt werden können. Jetzt ist das alles andere als großartig.”

Nach dem Halbzeitpfiff geht der Ärger weiter. Obwohl Schiedsrichter Phil Dowd Evra gut zuredet, versucht dieser, Suarez auf dem Weg in die Kabine zur Rede zu stellen. Im Spielertunnel kommt es laut dem Fernsehsender Sky Sports zu einem Handgemenge. Sicherheitskräfte müssen einschreiten.

Und nach der Partie, die Manchester durch zwei Tore von Wayne Roney mit 2:1 gewann, tanzt Evra jubelnd vor den United-Fans, schlägt sich mit der Hand auf das Vereinswappen auf seiner Brust und läuft hinter Suarez hinterher, der niedergeschlagen vom Platz stapft. Die Liverpooler Spieler Jose Reina und Martin Skrtel kommen hinzu, protestieren gegen die provokanten Aktionen Evras. Zum zweiten Mal müssen Ordner und Sicherheitskräfte dazwischen gehen.

Liverpools Trainer Kenny Dalglish verteidigte Suarez nach dem Spiel – so wie er es während der gesamten Affäre getan hat. “Es ist völlig daneben, dass Luis Suarez jetzt für das verantwortlich gemacht wird, was heute passiert ist”, sagte Dalglish in einem Fernsehinterview.

Kollege Ferguson sah das komplett anders: “Ein Klub mit einer solchen Geschichte sollte versuchen, ihn loszuwerden. Der FC Liverpool hat einen Spieler, der für acht Spiele gesperrt war, und versucht nun, Patrice Evra die Schuld zu geben. Ihm (Suarez) sollten sie die verdammte Schuld geben. Er könnte sie den Platz im europäischen Wettbewerb gekostet haben.”

Die Affäre Suarez-Evra ist nicht der einzige rassistische Vorfall, der den englischen Fußball erschüttert. John Terry vom FC Chelsea muss sich sogar vor Gericht verantworten, weil er seinen Gegenspieler Anton Ferdinand von Queens Park Rangers – den Bruder von Manchesters Rio Ferdinand – im vergangenen Herbst rassistisch beleidigt haben soll. Terry wurde deswegen vom Verband als Kapitän der Nationalelf abgesetzt, was wiederum zum Rückzug von Nationalcoach Fabio Capello führte.

Terry und Anton Ferdinand waren vor zwei Wochen erstmals seit dem Vorfall wieder aufeinandergetroffen. Eigentlich ist der Handschlag vor dem Spiel Teil der Fairplay-Kampagne “Respect” des englischen Fußball-Verbands. Doch die Richtlinien der FA erlauben es, dieses Ritual auszulassen. Bei der Partie Chelsea gegen Queens Park Rangers verzichtete man auf den Händedruck. In Manchester nicht – mit den bekannten Folgen.

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