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Eindeutige Reaktionen auf antisemitischen Vorfall

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28.02.2012

1. FC Kaiserslautern Eindeutige Reaktionen auf antisemitischen Vorfall

Kaiserslauterer Fans distanzieren sich.

Kaiserslautern/Frankfurt – Nach der Fanvertretung des Fußball-Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern haben sich auch der Generalsekretär des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und die ehemalige Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland zu den antisemitischen Schmährufen gegen den israelischen Stürmer Itay Shechter geäußert. „Gemeinsam mit dem Präsidenten ist es mir wichtig für den gesamten DFB zu unterstreichen, dass solche Vorgänge in keinster Weise zu tolerieren sind und wir dem bereits im Ansatz entschlossen entgegenwirken müssen“, ließ der designierte Verbandspräsident Wolfgang Niersbach am Dienstag in Frankfurt am Main mitteilen.

Die ehemalige Vorsitzende des Zentralrates der Juden zeigte sich entsetzt: „Dieser abscheuliche Vorfall ist schockierend und traurig“, teilte Charlotte Knobloch in einer Presseerklärung mit. Sie ergänzte: „Trotz erheblicher Gegenmaßnahmen etwa seitens des DFB sind rassistische, rechtsextreme und antisemitische Parolen auf deutschen Fußballplätzen immer noch an der Tagesordnung.“ Niersbach machte in seinem Statement deutlich: „Antisemitismus und Rassismus dürfen im Fußball keinen Platz haben.“

Zuvor hatte sich die Fanvertretung des Tabellenvorletzten der Bundesliga in einer Pressemitteilung entschuldigt und im Namen der Anhängerschaft bei der Mannschaft für die rechtsradikalen Gesten einschließlich Hitlergruß und die rassistischen Beleidigungen beim Sonntagstraining entschuldigt: „Die Äußerung, die gegenüber der Mannschaft von einem Einzelnen getroffen wurde, spiegelt in keinster Weise die Meinung der Fangemeinschaft des 1. FC Kaiserslautern e.V. wider.“

Für Knobloch sei es nun wichtig, die vielen ablehnenden Reaktionen als „öffentlichen Aufschrei“ in „positive präventive Energie“ umzuwandeln. Denn die „tabufreie (…) Auseinandersetzung mit rechtsextremistischen Phänomenen in allen Teilen unserer Gesellschaft greift bislang zu kurz.“

Wie FCK-Pressesprecher Christian Gruber der Nachrichtenagentur dapd sagte, seien auch mehr als 1.000 E-Mails beim Klub eingegangen, in denen Fans ihre Empörung über diesen rassistischen Vorfall ausdrückten. Auf den gemeinsamen Aufruf hin von FCK und Staatsanwaltschaft hätten sich bereits einige Personen als Zeugen gemeldet.

Die Hinweise in Bezug auf Täter und Tatrelevanz müssten aber noch überprüft werden, sagte Wolfgang Denzer von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Westpfalz. Auch die Auswertung von Bildmaterial sei noch nicht abgeschlossen. „Wir sind dran und arbeiten mit dem FCK Hand in Hand.“ Wolfgang Niersbach begrüßte die zügige Ermittlungsarbeit: „Wir müssen uns mit allen Mitteln, die dem Fußball zur Verfügung stehen, dagegen wehren. Und wir wünschen uns, dass die Behörden den Fall mit aller Konsequenz verfolgen.“

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