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Ein Weltmeister zum Buchen

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24.02.2012

Olaf Thon Ein Weltmeister zum Buchen

Experte, Kolumnist, Motivator – und bald wieder Trainer?

Gelsenkirchen – Nein, es ist nicht so, dass es Olaf Thon (45) langweilig wäre. Sein Terminplaner ist gut gefüllt. Derzeit arbeitet der Weltmeister von 1990 auf vielen Ebenen: Mal als Kolumnist für das Fußball-Fachblatt „Kicker“, dann als TV- und Radio-Experte oder Gastredner auf Motivationsseminaren. „Ich sehe mich als Allrounder und selbstständiger Unternehmer. Das ist alles sehr umfangreich“, sagt Thon der Nachrichtenagentur dapd: „Mich kann man auch buchen. Ich bin für alles offen.“ Gerade verhandelt Thon mit dem Privatsender RTL über einen Job für das EM-Frühstücksfernsehen.

Thons Meinung hat immer noch Gewicht, und das obwohl der ehemalige Mittelfeldstar fast zehn Jahre nach seinem letzten Bundesliga-Einsatz, dem 2:1-Sieg über den VfB Stuttgart (10. März 2002), nicht mehr in vorderster Reihe steht. „Ich versuche, als Kritiker immer oberhalb der Gürtellinie und fair zu bleiben.“ Zuletzt hat Thon, der 52-malige Nationalspieler, das Bayern-Duo Arjen Robben und Franck Ribery, wenig charmant mit „Primadonnen“ verglichen. Eine markante Wortwahl, die beim Volk natürlich gut ankommt – aber auch beim FC Bayern? Thon sagt dazu: „Mir ist bewusst, dass das nicht jedem beim FC Bayern gefallen hat. Aber ich scheue nicht zurück, den Finger auch mal in die Wunde zu legen. Wenn man beim FC Bayern spielt, ist man stärker in der Kritik als bei jedem anderen Bundesliga-Verein.“

Thon weiß, wovon er spricht: Schließlich spielte das Schalker Fußball-Idol selbst von 1988 bis 1994 sechs Jahre für die Bayern und war oft genug harscher Kritik ausgesetzt. Und Thon macht sich vor dem Bundesliga-Hit zwischen dem FC Bayern und Schalke 04 am Sonntag Sorgen um die hohen Ambitionen des Rekordmeisters: „Wer dieses Spiel verliert, ist aus dem Titelrennen – und die Bayern sind in diesem Spiel nicht unbedingt der große Favorit“, sagt Thon, der selbst auf der Tribüne in der Münchner Arena sitzen wird: „Ich sehe die Dortmunder derzeit klar im Vorteil.“

Beim FC Bayern kranke es laut Thon neben der Formkrise von Robben und Ribery vor allem am schleppenden Spielaufbau aus der Abwehr heraus. „Das war in der Champions League gegen Basel wieder deutlich sichtbar“, moniert er, „das ist viel zu statisch. Das macht Dortmund oder Gladbach viel besser. Ich traue den Bayern aber immer noch zu, dass sie Basel im Rückspiel ausschalten. In der Allianz-Arena kann Bayern locker zwei Tore schießen.“

Für Spitzenreiter Borussia Dortmund hat Thon viele warme Worte übrig: „Der BVB hat sich in den letzten Monaten enorm weiterentwickelt. Die Handschrift von Jürgen Klopp, mit dem ich 2004 übrigens den Fußballlehrer abgelegt habe, ist immer mehr sichtbar. Für mich gehört Klopp schon zu den großen Trainern der Zunft. Ich stelle ihn auf eine Ebene mit Ottmar Hitzfeld, Jupp Heynckes und Felix Magath.“

Und so gern Thon („Fußball ist die Sache, vor der ich am meisten verstehe“) über die Branche philosophiert, so gern würde der beliebte Ex-Profi auch selbst wieder an der Seitenlinie stehen. Nach seinem Aus im September 2011 beim NRW-Fünftligisten VfB Hüls sucht Thon eine neue Herausforderung. „Vielleicht tut sich demnächst was. Ich bin in guten Gesprächen. Ich will meinen Fußballlehrer-Schein endlich wieder mit Leben füllen“, sagt er, „ich habe sehr viel Spaß am Trainerjob. Leider hat nicht jeder das Glück, in der Ersten Liga Trainer sein zu dürfen. Aber ich hätte kein Problem damit, demnächst wieder eine Amateurmannschaft oder eine starke Jugend zu trainieren.“

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