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23.03.2010

"Script Kiddies" Ein Viertel der Jugend betätigt sich als Hacker

Hacken von persönlichen Online-Konten ein regelrechtes Kinderspiel.

London – Obwohl die große Mehrheit der Jugendlichen darin übereinstimmt, dass „Hacking“ falsch ist und gegen moralische Werte verstößt, erfreut sich diese Tätigkeit doch gerade in jüngeren Nutzerkreisen einer enormen Beleibtheit. Wie eine aktuelle Untersuchung der internationalen IT-Security-Firma Tufin Technologies aus Großbritannien zeigt, hat mit 26 Prozent etwas mehr als ein Viertel der Jugend schon mindestens einmal versucht, sich in fremde User-Accounts und passwortgeschützte Online-Dienste einzuschleichen, um die dort gespeicherten persönlichen Daten auszulesen oder zu manipulieren.

„Diese Untersuchung deckt schonungslos auf, dass das Hacken von persönlichen Online-Konten ein regelrechtes Kinderspiel sein kann, wenn die User ihre Passwörter nicht ausreichend schützen“, zitiert CNN den Präsidenten der britischen Society for the Policing of Cyberspace (POLCYB), Stuart Hyde. Diese müssten in Anbetracht der zu Tage geförderten Ergebnisse deutlich sicherer gestaltet und regelmäßiger gewechselt werden, fordert der Internetpolizist.

Facebook-Konten im Visier

Als häufigste Angriffsstelle werden von den Jugendlichen vor allem Profildaten von sozialen Online-Communitys genannt. Rund 27 Prozent der geständigen jugendlichen Hacker geben an, es schon einmal auf Facebook-Konten abgesehen gehabt zu haben. An zweiter Stelle liegen E-Mail-Accounts, die für 18 Prozent der Computer-Eindringlinge ein bevorzugtes Ziel darstellen. Etwas abgeschlagen finden sich Online-Shopping-Portale mit sieben, Homepages von Schulen mit fünf sowie Unternehmens-Webseiten mit drei Prozent.

Besonders interessant ist der Umstand, dass sich die Hacker-Aktivitäten offensichtlich nicht auf ein bestimmtes Geschlecht beschränken. So ist mit 47 Prozent knapp die Hälfte derjenigen, die derartige Übergriffe zugeben, weiblich. Auch das Alter scheint in diesem Zusammenhang eher eine untergeordnete Rolle zu spielen. In Cumbria, einer Grafschaft im nordwestlichen England, geben beispielsweise 78 der Hacker an, sich schon vor ihrem 13. Geburtstag als Cyber-Eindringling versucht zu haben.

„Script Kiddies“ hacken aus Spaß

„Richtiges Hacken an sich ist kein Kinderspiel. Wer sich als professioneller Hacker betätigten will, muss ungemein gute Programmierkenntnisse besitzen“, stellt Martin Penzes, Technischer Direktor beim IT-Sicherheitsunternehmen ESET Österreich klar. Bei den in der britischen Studie behandelten Jugendlichen handle es sich um sogenannte „Script Kiddies“. „Das sind Leute mit mittelmäßigen bis fortgeschrittenen Computerfähigkeiten, die vorgefertigte Hacker-Tools aus dem Web nutzen und selbst keine Schädlinge programmieren“, erläutert Penzes.

Dem Security-Experten zufolge sei die letztgenannte Gruppe im Gegensatz zu professionellen Hackern zumeist nicht von finanziellen Motiven getrieben. „Hacker verdienen heute richtig viel Geld. Die Zeiten, in denen noch um Ruhm gehackt worden ist, sind schon lange vorbei“, betont Penzes. Dies bestätigt auch die Untersuchung, nach der sich „Script Kiddies“ hauptsächlich aus Spaß als Hacker versuchen. Nur rund 20 Prozent verweisen auf finanziell motivierte Beweggründe.

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