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Ein Leben für das Osterei

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03.04.2012

Gotha Ein Leben für das Osterei

Edith und Waldemar Breitkreutz besitzen eine der größten Ostereier-Sammlungen der Welt.

Gotha – Unter Ostereier-Spezialisten hat der Name Gotha mittlerweile einen ganz besonderen Klang: Die rund 8.000 Oster- und Schmuckeier zählende Sammlung von Edith und Waldemar Breitkreutz macht die Stadt zu einer der heimlichen Hauptstädte der Eiersammler. Doch schon in den nächsten Jahren könnte Thüringen diesen Vorreiter-Status verlieren. Aus Altersgründen wollen die beiden ihr umfangreiches Lebenswerk abgeben – wegen des mangelnden Interesses Thüringer Institutionen jedoch vermutlich in ein anderes Bundesland.

Schon jetzt kann sich das Ehepaar vor Anfragen aus dem gesamten Bundesgebiet kaum retten. Am Münchner Stachus waren sie ebenso zu Gast wie in der Innsbrucker Hofburg, wie Edith Breitkreutz voller Stolz erzählt. Momentan werden etwa 500 Straußen- und Miniatureier bei einer Osterausstellung im Schloss Altenburg präsentiert. Noch um einiges interessanter sei jedoch die Schau von Oster- und Schmuckeiern aus Asien und Ozeanien, die zurzeit im Museum Knochenstampfe im sächsischen Dorfchemnitz zu sehen ist, fügt Breitkreutz hinzu.

„Das Spannende ist, dass in fast jedem Land der Erde das Ei eine zentrale Rolle als Symbol des Lebens und der Fruchtbarkeit spielt“, erläutert die Sammlerin. „Ganz unabhängig von Religion und Weltanschauung.“ Die beiden haben inzwischen Eier aus 105 Ländern in ihrem Besitz, 68 davon haben sie selbst bereist. Ob auf Bali, in Vietnam, Afrika oder bei den australischen Aborigines: Überall werde das Ei hoch verehrt und geschätzt. Aus fast allen Regionen der Welt können die Sammler mittlerweile ein Stück vorweisen – eine spannende Geschichte gibt es meist noch dazu.

Am vielfältigsten sei die Tradition der Eiergestaltung in den osteuropäischen Ländern, wo sogar Ikonen-Malerereien aufgebracht würden. Doch auch in muslimischen Ländern wie dem Iran oder Oman gebe es eine ausgeprägte Eierkultur, erklärt die 70-Jährige.

Von einer mannshohen Tiffany-Eierlampe bis hin zu nur etwa einem Zentimeter großen Stücken sind alle Größen, Farben und Formen in der Sammlung des Ehepaars vertreten. Neben prächtigne Fabergé-Kopien stehen unscheinbare Filzeier, eine wahren Rarität aus Lappland. Sogar Eier von Dinosauriern oder dem inzwischen ausgestorbenen Elefantenvogel aus Madagaskar sind in der Sammlung vertreten. „Wenn wir nicht beide so vernarrt in dieses Hobby wären, ginge das überhaupt nicht“, sagt Edith Breitkreutz. Vor 40 Jahren hatte sie die Leidenschaft gepackt. Vor 25 Jahren steckte sie ihren Mann Waldemar mit dem Eierfieber an. „Heute ist er damit sogar verrückter als ich“, sagt sie mit einem Lächeln.

Aufgrund ihres Alters haben die 70-Jährige und ihr 80-jähriger Ehemann nun allerdings beschlossen, ihre Sammlung abzugeben. Schon jetzt wird ein großer Teil der Stücke in einem Museumsdepot verwahrt, auch wegen des Wertes mancher Eier. „Unser Traum wäre natürlich ein eigenes Museum. Die Million, die dafür nötig wäre, haben wir allerdings nicht und werden sie wohl auch nicht mehr bekommen.“ So muss die umfangreiche Sammlung wohl an ein Museum übergeben werden.

Welches es sein wird, wollen die beiden noch nicht verraten. Fest stehe nur, dass es nicht das Ostereier-Museum auf der schwäbischen Alb sein wird und auch kein Museum in Thüringen. „Thüringen hat an uns kein Interesse“, sagt Edith Breitkreutz. „Es ist ja oft so, dass der Prophet im eigenen Land nichts wert ist.“ In den kommenden Jahren wollen sie endgültig entscheiden, welches Museum ihren Schatz bekommen soll. Sogar ihre Sammelleidenschaft wollen die beiden aufgeben.

Damit hapert es jedoch noch ein wenig. „Wir hatten uns beim letzten Urlaub vorgenommen, definitiv keine Eier mitzubringen“, erinnert sich Edith Breitkreutz. Heim kamen sie schließlich mit einer Reihe zypriotischer Eier. „Wirklich sehr schöne Stücke“, sagt Edith Breitkreutz, während ihr Mann Waldemar zustimmend nickt.

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