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Ein Kanonenschlag zu wenig

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07.03.2012

FC Arsenal Ein Kanonenschlag zu wenig

Arsenals großartige Aufholjagd gegen Milan reicht am Ende nicht.

Berlin/London – Arsene Wenger schien zu ahnen, dass das bereits das Ende war. Sein bester Stürmer Robin van Persie hatte Milans Torwart Christian Abbiati gerade den Ball in die Arme gelupft statt zum 4:0 einzuschieben, den Arsenal-Fans war der Torjubel in der Kehle stecken geblieben. Der Trainer schlug die Hände vors Gesicht und schüttelte immer wieder den Kopf. Eine halbe Stunde war da noch zu spielen, aber so nahe wie in dieser 59. Minute kam der FC Arsenal dem Treffer, der die Verlängerung erzwungen hätte, nie mehr. Nach 0:4 und 3:0 gegen den AC Mailand ist die Champions-League-Saison für Wengers Team beendet.

„Leider haben wir den Preis für das schlechte erste Spiel gezahlt“, sagte Wenger. Das Debakel von Mailand hatte die furiose erste Halbzeit vom Dienstag allerdings auch erst möglich gemacht. Vom Anpfiff weg machten sich die Gastgeber daran, ihre Schuld zu begleichen. Als Schiedsrichter Damir Skomina zur Halbzeit pfiff, fehlte nur noch das besagte eine Tor. Tatkräftige Schützenhilfe bei der Aufholjagd leistete die Abwehr der Mailänder, die mindestens genauso konfus agierte wie die von Arsenal im Hinspiel: Beim ersten Tor ließ man Laurent Koscielny nach einer Ecke gänzlich unbehelligt, beim zweiten versuchte sich Thiago Silva in einem Befreiungsschlag in Gedenken an Thorsten Fink, vor dem dritten nahmen Mesbah und Nocerino mit ihrer Zange im Strafraum untaugliches Gerät zur Hand.

„Wir müssen diese Niederlage analysieren“, kündigte Trainer Massimiliano Allegri an. Normalerweise müssten seine Spieler für die anstehende Videosession Überlängenzuschlag zahlen.

Doch dann gab es noch die Geschichte der zweiten Hälfte, die nicht so einseitig war. Denn nach dem Wechsel ging den Arsenal-Spielern, von denen jeder in der ersten Hälfte für zwei gerannt war, schleichend die Luft aus. Van Persie vergab nach einer knappen Stunde den vierten Treffer (seinen zweiten des Abends), weil sich der zuletzt so abgezockt agierende Angreifer für die falsche Option entschied. Es wäre sein 33. Tor im 37. Einsatz gewesen. Die besten Chancen hatten danach die nun endlich kämpfenden Mailänder.

Wenger wies darauf hin, dass ihm neben seinem deutschen Abwehrchef Per Mertesacker nicht weniger als fünf Mittelfeldspieler wegen Verletzung gefehlt hatten. Frische Bankspieler gab es für diesen Bereich also nicht. Wo er schon dabei war, haderte der Elsässer gleich noch ein bisschen mit dem kleinlichen Referee und dem miesen Rasen im Hinspiel. Das ging jedoch beides am Punkt vorbei. Denn ausgeschieden ist der FC Arsenal, weil sich die Defensive im Hinspiel als nicht Champions-League-tauglich erwiesen hat. Und weil im Rückspiel ein bisschen Glück und Puste fehlten.

Weil unterm Strich dennoch ein absolut erinnerungsträchtiger Europapokal-Abend herausgesprungen war, zeigte sich Zuschauer Mertesacker hinterher stolz wie Oskar, „ein Mitglied solch einer Mannschaft zu sein“. Und Wenger blickte doch noch optimistisch auf die verbleibenden elf Ligaspiele. „Wir können nur allen Spielern gratulieren. Das Team ist zusammengewachsen, und jetzt können wir die Saison hoffentlich erfolgreich zu Ende bringen.“ Will heißen: sich für weitere solcher Abende mit Europas Elite zu qualifizieren.

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