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Kranjec Ein Friseur ist der König der Flieger

Erster Skiflug-Weltmeister aus Slowenien.

Vikersund – Der gelernte Friseur Robert Kranjec strich sich unsicher über die Haare. Was dieser erste Titel bei Skiflug-Weltmeisterschaften für sein Heimatland bedeute? „Ich weiß nicht, was es für Slowenien bedeutet“, antwortete der neue König der Flieger nach seinem historischen Triumph in Vikersund: „Ich weiß nur, dass für mich ein Traum in Erfüllung gegangen ist. Ich kann das alles nicht begreifen und hoffe, dass ich nicht aufwache und merke, dass es doch nur ein Traum war.“

Erst mit 30 kommt der große Erfolg

Was wie eine abgedroschene Sportlerphrase klingt, kommt bei ihm aus tiefstem Herzen. Robert Kranjec galt schon immer als einer der begnadetsten Weitenjäger überhaupt, sprang auf Flugschanzen siebenmal aufs Podest und holte 2010 den Skiflug-Gesamtweltcup. Doch er musste 30 Jahre alt werden, bis er den lange verdienten großen Erfolg endlich feiern durfte.

Je größer die Schanze, umso besser funktioniert sein einzigartiger Sprungstil mit extremer und maximaler Geschwindigkeit im Flug. Der ihn dort, wo andere schon landen müssen, noch einmal vom Hang wegsteigen lässt. Zu dem unglaublich viel Mut gehört. Zumal er vor über einem Jahrzehnt auf seiner gigantischen Heim-Flugschanze in Planica gleich nach dem Abheben schrecklich gestürzt und leblos den Hang heruntergekugelt war. Kranjec hatte Glück und behielt keine bleibenden Schäden. Auch seine Courage litt nicht unter dem Crash.

So holte er sich am Samstag auf der seit dem Umbau größten Schanze der Welt die Goldmedaille. Gnadenlos zog er seinen Flug bis auf 244 Meter durch, landete nur 2,5 Meter entfernt von der Weltrekordweite. Sein großer Kontrahent Martin Koch (Österreich) brach den Flug ab, stürzte bei 243 Metern und musste sich mit Bronze begnügen. Kranjec meinte trocken: „Ich glaube, dass es möglich ist, in Vikersund 250 Meter zu springen.“

Sportlerland Slowenien

In Planica, wo in drei Wochen wie jedes Jahr das Weltcup-Finale steigt und wo sie 2017 die Nordische Ski-WM ausrichten wollen, hält er diese Weite für nicht möglich. Vielleicht ist es das, was es für Slowenien bedeutet, das schon immer stolz auf seine Skispringer wie Primoz Ulaga oder Primoz Peterka war. Sie haben da zwar nicht mehr den größten Bakken, aber erstmals den größten Flieger der Welt. Für ein Land, das im Verhältnis zur Einwohnerzahl mit die meisten Sporterfolge auf dem Konto hat, bedeutet das ganz sicher sehr viel.

26.02.2012 © dapd / newsburger.de

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