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Eigene Erwartungen übertroffen

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13.02.2012

Bilfinger Berger Eigene Erwartungen übertroffen

Konzern will in den nächsten Jahren über eine Milliarde investieren.

Mannheim – Nach neun Monaten im Amt kann der Bilfinger-Berger-Vorstandsvorsitzende Roland Koch mit starken Zahlen für 2011 aufwarten. Der Bau- und Dienstleistungskonzern steigerte seine Leistung nach vorläufigen Zahlen im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent auf 8,48 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Montag in Mannheim mitteilte. Erwartet hatte Bilfinger Berger eine Zunahme der Leistung auf 8,2 Milliarden Euro. Der ehemalige hessische Ministerpräsident Koch, der im Juli den Vorstandsvorsitz übernahm, plant in einer offensiven Übernahmestrategie bis 2016 noch einige Zukäufe.

Bereits im vergangenen Jahr kam einige Bewegung in das Bilfinger-Berger-Portfolio. Der MDAX-Konzern kaufte sich unter anderem mit der Übernahme von Neo Instructo in den indischen Markt ein. Gleichzeitig lagerte er 18 seiner gemeinsam mit der öffentlichen Hand geführten Projekte in einen Fonds aus. Im Frühjahr 2011 verkaufte Bilfinger Berger die australische Tochter Valemus.

Das Valemus-Geschäft hatte maßgeblichen Anteil am Ergebnissprung um 39 Prozent auf 394 Millionen Euro. Es trug mit über 160 Millionen Euro zum Ergebnis bei und hat ebenfalls deutliche Auswirkungen auf die liquiden Mittel des Konzerns. Der Bestand betrug zum Jahresende 847 Millionen Euro nach 537 Millionen Euro im Vorjahr.

Bilfinger Berger sieht “erhebliche Investitionsspielräume”

Der Konzern will die Mittel wieder reinvestieren. Sie eröffneten “erhebliche Investitionsspielräume zum weiteren Ausbau seiner Dienstleistungsaktivitäten”, hieß es. Bis 2016 sollen über eine Milliarde Euro vor allem für Zukäufe im Dienstleistungsgeschäft ausgegeben werden. Damit setzt Bilfinger Berger unter Roland Koch die in den vergangenen Jahren vollzogene Wandlung hin zu einem Dienstleistungskonzern weiter fort. Mittlerweile machen Dienstleistungen 80 Prozent der Leistung aus.

Negativ entwickelte sich im vergangenen Jahr der Auftragseingang. Er ging um zwei Prozent auf 7,78 Milliarden Euro zurück, der Bestand reduzierte sich sogar um acht Prozent auf 7,83 Milliarden Euro. Das Unternehmen erklärt das mit einer regionalen Fokussierung des Baugeschäfts. Die Zahl der Mitarbeiter weltweit stieg im vergangenen Jahr um fast 1.000 Beschäftigte auf 59.210.

Im vergangenen Jahr hatte vor allem die Leistung im Industrieservice-Bereich mit einer Steigerung von zwölf Prozent auf 3,3 Milliarden Euro deutlich zugelegt. Auch das operative Ergebnis des Geschäftsfeldes stieg mit zwölf Prozent deutlich.

Für 2012 erwartet Bilfinger Berger eine Verschiebung der Schwerpunkte. Beim Industrieservice sei wegen der verhaltenen Aussichten der Prozessindustrie nur noch von einer leichten Zunahme der Leistung auszugehen. Die Marge aus dem operativen Geschäft soll allerdings gesteigert werden. Dafür würden die Serviceleistungen für Kraftwerke getrieben von einer hohen internationalen Nachfrage weiter nach oben gehen. Der Baubereich werde wie geplant nach dem Auslaufen eines Großprojektes zurückgefahren.

Durch den Rückgang im Baubereich und den geplanten Verkauf von Anteilen am Nigeria-Geschäft werde die Leistung insgesamt im laufenden Jahr abnehmen. Bilfinger Berger rechnet aber mit einer Zunahme des Konzernergebnisses aus fortzuführenden Aktivitäten.

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