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Ehrmann zieht Konsequenzen aus Futtermittelverunreinigung

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22.01.2012

Tiere Ehrmann zieht Konsequenzen aus Futtermittelverunreinigung

25 Höfe wegen Antibiotikaspuren in Schweineurin weiter gesperrt – Staatsanwaltschaft informiert.

Oberschönegg/Erlangen – Im Skandal um Antibiotikaspuren in Schweinerurin hat das Molkereiunternehmen Ehrmann, von dem die Belastung offenbar ausgeht, Konsequenzen gezogen. Eine leitende Mitarbeiterin der Qualitätssicherung sei beurlaubt worden, sagte ein Sprecher des Unternehmens am Samstag auf dapd-Anfrage. Zudem werde das Antibiotikum Chloramphenicol künftig nicht mehr bei der Qualitätssicherung eingesetzt.

Nach Angaben des Umweltministeriums ist zudem auch die Staatsanwaltschaft informiert worden. Die Staatsanwaltschaft selbst war am Sonntag nicht zu erreichen. Ob sie bereits Ermittlungen aufgenommen hat, blieb offen.

Das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hatte am Freitag mitgeteilt, dass bei einer Routinekontrolle in Urinproben von Mastschweinen ein Antibiotikum nachgewiesen worden war. Als Ursache wurde verunreinigtes Futtermittel angegeben. Ehrmann hatte daraufhin eine Pressemeldung versandt und darin eingeräumt, dass die Verunreinigung aufgrund menschlichen Versagens bei der Qualitätskontrolle entstanden sei. Offenbar wurden Laborabfälle unsachgemäß entsorgt.

Versehen, kein Vorsatz

Der Ehrmann-Sprecher erläuterte, dass das Antibiotikum Chloramphenicol nach bisherigen Erkenntnissen wegen einer nicht befolgten Verfahrensanweisung in das sogenannte Weißwasser gelangte. Dieses hatten Landwirte abgeholt und als Tierfuttermittel unter anderem an Schweine verfüttert. Wie lange die Mitarbeiterin beurlaubt bleibt, ist den Angaben zufolge unklar. “Ich unterstelle, dass es ein Versehen war”, sagte der Sprecher. Er betonte zudem dass die Produkte der Molkerei selbst nicht mit Chloramphenicol belastet seien.

Nach Angaben des LGL lag die Antibiotika-Konzentration im Spurenbereich. Es habe kein gesundheitliches Risiko für Menschen bestanden, hieß es. Im Allgäu wurden nach dem Fund dennoch 26 Höfe gesperrt. Bis zum Sonntag wurde nur ein Betrieb wieder freigegeben. Wegen der Sperre könne derzeit auch kein Fleisch von den betroffenen Tieren in den Handel kommen, hieß es.

Wie lange die Sperre aufrechterhalten bleibe und was mit den Tieren passieren werde, war am Sonntag noch offen. Derzeit liefen noch Tests von Fleisch, Blut und Urin, sagte eine LGL-Sprecherin. Hier werde es in den nächsten Tagen eine Entscheidung geben. Ebenso offen war, wie viele Tiere auf den Höfen betroffen sind.

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